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aktualisiert: 03.04.2012

Rundbrief der Regionen Münster und Sachsen

März 2012

 


 

 

BUNDESKONGRESS – MÜNSTER

9. – 14.4.2012

 

 

Was bisher so noch nicht geschrieben stand ....

 

 

An verschiedenen Stellen wurde schon das Programm des diesjährigen Kongresses veröffentlicht. In der bekannten Form der zweiseitigen Wochenübersicht gab es Informationen u.a. zu den vorgesehenen Vorträgen, Gottesdiensten und dem Abendprogramm. Parallel dazu entstanden im Verlauf der letzten Wochen weitere Beiträge, die in der vorliegenden Übersicht vorfindet. Da einige Bundesgeschwister aus Münster bzw. der Region mit in der Programmkommission arbeiten, erhaltet ihr den aktuellen Stand (24.2.) der Vorbereitungen.

So wird Friedhelm Wacker am Dienstagabend um 20.00 Uhr zu Annette von Droste-Hülshoff rezitieren. Das Rüschhaus steht uns leider dafür nicht zur Verfügung, aber wir bemühen uns um eine ansprechende Alternative. Der Veranstaltungsort wird durch einen Aushang im Tagungsbüro bekannt gegeben. In Vorbereitung ist eine Ausstellung zu den vielen gesammelten Dokumenten in der Region Münster. Alwin Hanschmidt und Ludger Hillermann haben sich die Zeit genommen, die zusammengetragenen Dokumente zu sichten, bevor sie nun zum Diözesanarchiv gebracht werden. Geplant ist eine Ausstellung, die Dr. Mestrup allen interessierten Kongressteilnehmern präsentieren möchte. Auf das Ergebnis dürfen wir gespannt sein.

Der eine oder andere Kongresserfahrene wird nach einem Chor- und Orchesterangebot Ausschau gehalten haben. Auch dafür gibt es gute Nachrichten: Hans Wolfgang Schneider (Lüdinghausen) wird für das Orchester zur Verfügung stehen. Yvonne Sextrot (Bremen) konnte für die Leitung des Chors gewonnen werden. An bekannter Stelle im Tagesgeschehen – in der Mittagszeit – wird es ausreichend Zeit geben gemeinsam zu Musizieren, eine Betätigung die vielen Bundesgeschwistern eine Herzensangelegenheit ist. Wer an der einen oder anderen KMF-Veranstaltung schon teilgenommen hat, wird wissen, dass das Musizieren sich einer großen Beliebtheit erfreut.

 

Liebe Bundesgeschwister, vielleicht entschließt sich der eine oder andere noch nicht Angemeldete am Kongress teilzunehmen; die Ergänzungen sind es sicher wert noch einmal darüber nachzudenken. Verschiedene Möglichkeiten der Teilnahme sind in den letzten Hirschberg-Heften zur Auswahl genannt worden. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit als Tagesgast die Atmosphäre eines Bundeskongresses kennenzulernen, ebenso wie die Teilnahme am Abschlussabend einen kleinen Eindruck in die vielseitigen Fähigkeiten der KMF-ler vermitteln wird.

 

Herzlich Willkommen!!

 

Regina Kobold

Mitglied der Programmkommission

Regionalleiterin - Münster

 

Eine Bitte: Auf dem Kongress freuen wir uns über Kuchenspenden, die im Tagungsbüro abgegeben werden können

 


 

Wahl einer neuen Regionalleitung

 Auf dem Regionalrat am 20.11.2011 in Gerleve wurde Regina Etzbach - Kobold bei einer Enthaltung einstimmig zur neuen Regionalleiterin gewählt.

Regina dankte ihrem Vorgänger  für die geleistete Arbeit für die Region, insbesondere aber auch für seine Mitarbeit in der Programmkommission des KMF - Kongresses, der im Jahr 2012 in Münster stattfindet.

Ein stellvertretender Regionalleiter bzw. eine stellvertretende Regionalleiterin wird dringend gesucht um die Regionalarbeit auf mehreren Schultern zu verteilen.

Spätestens zur Wahl der neuen Regionalleitung im Herbst 2013 wird ein neuer Redakteur bzw. eine Redakteurin für den Regionalbrief gesucht.

 


 

Bericht des alten Regionalleiters

 

für den Regionalrat am 20.11.2011 für den Zeitraum November 2009 bis November 2011

Das Regionalteam wurde am 22.11.2009 auf dem Regionalrat in Gerleve wiedergewählt.

Die Mitgliederzahl der Region Münster ist mehr oder weniger konstant geblieben, denn in diesem Zeitraum haben wir 18 neue Mitglieder in der Region aufgenommen. Die Gruppe Lüding- hausen hat sich aufgelöst, jedoch sind zwei Gruppen von jungen Mitgliedern in der Konsolidierungsphase, eine in Dülmen und eine in Münster. Offiziell haben wir zur Zeit noch 26 Gruppen.

Nach meiner Meinung liegt hier eine Aufgabe für die Zukunft. Auf der einen Seite gibt es einige Gruppen von Älteren, die viel Energie investieren, um ihr Gruppenleben einigermaßen zu organisieren, darüber hinaus aber keine Energie haben, um am Leben der Region mitzuwirken. Auf der anderen Seite kämpfen die jüngeren Gruppen, auch die im Aufbau befindlichen, damit, dem Gruppenleben eine gewisse Struktur und Verbindlichkeit zu geben. Dabei erfahren sie aber, dass die Anforderungen der heutigen Arbeitswelt und der Gesellschaft sie so besetzen, dass kaum regelmäßige und konstante Zeit für das Gruppenleben übrig bleiben. Hier müssen wir als Region genauer hinschauen und auch nach neuen Lösungen suchen, sowohl für die Arbeit in den Gruppen als auch für unsere Regionalarbeit.

Die nächste große Herausforderung für die Region wird der KMF-Kongress 2012 in Münster sein mit dem Thema „Glauben braucht Quellen: spirituell leben." Nachher werden wir uns sicher noch über diese Herausforderung austauschen.

Ich möchte nun besonders die Arbeit aller Mitglieder erwärmen, die Angebote für die Region gemacht haben, Angebote an Reisen, Vorträgen und Führungen. Herzlichen Dank für diesen reichhaltigen Schatz an Initiativen, die das Leben der Region mitprägen.

Zum Schluss möchte ich allen vom Regionalteam, den Gruppensprechern und allen Bundesgeschwistern der Region für ihr Engagement und ihre Kreativität und ihr Vertrauen danken, die die Leitungsaufgaben der Region wesentlich erleichtert haben.

Herzlichen Dank!

Ludwig Hoffknecht

 

 


Berichte aus den Gruppen

 

Gruppe Beckum

                                          (Sprecher: Werner Hanschke)

Am 7. September traf sich die Gruppe anlässlich des Seniorentags der Ida- Woche in Herzfeld. Propst Kemper sprach zum Thema: Zur Hoffnung berufen.

Am 6.10.2011 wurde das Gespräch über das Thema vom 7.9. fortgesetzt.

Am 3.11. Beschäftigte sich die Gruppe mit dem „Kinderfreund“, dem ersten Lesebuch zum Gebrauch in Landschulen von 1776.

In den Monaten Dezember und Januar fielen die Treffen wegen der Winterschwierigkeiten aus.

Am 2. Februar diskutierte die Gruppe, angeregt durch die Schließung zweier Kirchen in Beckum, über die Situation der Kirche(n).

 

                                                 Gruppe Dinslaken

                           (Sprecher: Bernhard Semrau / Werner Kusenberg)

Am 12. Oktober 2011 zeigten Monique und Achim Köhler eigene Lichtbilder von den Marien- Altären von Douvermann in Xanten, Kalkar und Kleve.

Am 19.11. feierten wir mit Gerd Voits seinen 80. Geburtstag.

Am 7.12. beging die Gruppe Das Bundesfest mit einer Eucharistiefeier  mit Bbr. Bernhard Kösters und einem anschließenden Abendessen.

Beim ersten Treffen im Neuen Jahr, am 11. Januar, wurden traditionsgemäß neue Bücher vorgestellt, die einzelne Gruppenmitglieder gelesen hatten.

 

                                                Gruppe Südoldenburg

                                              (Sprecher: Alwin Hanschmidt)

Am 14. Oktober beschäftigte sich die Gruppe erneut mit dem Buch Was ich glaube  von Hans Küng.

Am 18. November stellte Renate Marquardt ein Buch des früheren Bundeskanzlers Helmut Schmidt vor: Religion in der Verantwortung. Gefährdung des Friedens im Zeitalter der Globalisierung, Berlin (Propyläen), 2011. Die Diskussion betraf insbesondere das Kapitel: „Wir haben die gleichen Propheten“.

Am 9. Dezember 2011 beging die Gruppe das Bundesfest mit einer Hauseucharistiefeier mit Wolfgang Hinrichs.

Am 13.Januar 2012 stellte Roswitha Verheyen das Buch von Arno Geiger: Der alte König in seinem Exil vor. Darin thematisiert der Autor die Demenzerkrankung seines Vaters.

 

                                            Gruppe Nordoldenburg

                                           (Sprecher Bernd Kossendey)

Am 11. November berichtete Pfarrer Egbert Schlotmann  über seine Tätigkeit in der  Forum - Kirche  St. Peter  in Oldenburg  (Oldb.)

Am 9. Dezember 2011  feierte die Gruppe das Bundesfest in häuslicher Umgebung mit einer Messe (mit Bbr. Pater Vinzenz Reinhart SAC) und anschließendem Beisammensein in adventlicher Atmosphäre.

Am 13. Januar stellte Georg Haupt (Delmenhorst) das Buch von Papst Benedikt XVI vor: Jesus von Nazareth - erster Teil.

 

 

                                                     Gruppe Warendorf

                                                   (Sprecher: Egon Dammann)

Am 14.11.2011 war das Thema des Treffens: „Die Lübecker Märtyrer unserer zeit im ökumenischen Handeln“.    

Am 15.12. ersammelte sich die Gruppe zu einem Advents- Abend  mit Singen und „Weihnachts- Wichteln“.

Am 15.2.2012 sah die Gruppe den Film „Wie im Himmel“.

 

Hans-Jürgen Holländer

 


Hinweise und Anregungen

 

Treffen der Dülmener ND - Gruppen

am 24.10.2011 im Pfarrheim der ev. Christusgemeinde

 

Thema der Veranstaltung war "Singender ND".

Die Teilnehmer wurden durchmischt und auf 4 Gruppen zu je 8 Erwachsenen plus Kinder verteilt. Jede Gruppe erhielt einen Umschlag mit einem Thema und bekannten Volksliedmelodien: z.B. Wenn einer eine Reise macht + Die Vogelhochzeit. Ziel war es, das Lied mit einem neuen, selbst gedichteten Text zur Aufführung zu bringen. Das Foto zeigt eine der Aufführungen, die mit viel Kreativität durch Bastelmaterial und musikalische Begleitung bereichert wurden.

Es war bei strahlendem Sonnenschein ein fröhlich-bunter Nachmittag mit viel Gelegenheit zur Unterhaltung.

 

Daniel Jessing

 


Ankündigung

 

Studienfahrt der ND-Regionen Münster und Leipzig: Altmühltal vom 23.Juli bis 1.August  2012 nach Berching/Kloster Plankstetten

 

Wir fahren am Montagmorgen in Münster um 8 Uhr am Bremer Platz ab und hoffen spätestens gegen 18 Uhr in Plankstetten am Main-Donau-Kanal zu sein. Unser Quartier ist das Benediktinerkloster.

Der Dienstag dient der Einstimmung auf Quartier und Umgebung, am Mittwoch könnten wir das Altmühltal bei Solnhofen und Eichstädt erkunden. Nicht weit von unserem Stammquartier liegt Ingolstadt an der Donau, eine sehenswerte alte Stadt, die heute von den AUDI-Werken geprägt wird. Wenn alles wie geplant klappt, können wir auch das Werk besichtigen. Ebenfalls nicht weit, in östlicher Richtung, liegt die alte Reichsstadt Regensburg, deren Schätze und Sehenswürdigkeiten für mehr als einen Tag ausreichen würden. Der Sonntag wird wieder besinnlicher in der näheren Umgebung verbracht, das Schloss Hirschberg in Beilngries sollte eigentlich unser Ziel sein, aber das Exerzitienhaus der Diözese Eichstädt wird gerade umgebaut. Aber sicher werden wir den Entstehungsort unseres Hirschbergprogrammes besichtigen können. Der Main-Donau-Kanal mag ein monströses Bauwerk im Altmühltal sein, aber nach Norden in Richtung Berching verlässt er das Tal und ermöglicht eine beschauliche Bootsfahrt. In der Umgebung von Regensburg haben die Gebrüder Asam als Kirchenbauer gewirkt, ein berühmtes Beispiel ist das Kloster Weltenburg, eindrucksvoll dort der Donaudurchbruch, am besten vom Boot aus zu genießen. Auch die im Norden gelegene Stadt Nürnberg wollen wir an einem Tag besuchen. Alle Besichtigungsziele liegen nicht weit von unserem Standquartier Plankstetten, die Rückfahrt nach Münster erfordert wieder einiges an Geduld und Sitzfleisch, aber die Lieder, angestimmt von Friedhelm Wacker, werden uns die Zeit verkürzen und uns spätestens gegen 20 Uhr am Mittwochabend wollen wir wieder in Münster sein. Wenn wir Reisefreunde aus Leipzig dabei haben, werden diese in Nürnberg zu- und aussteigen.

Details erstellen wir nach unserer Vorfahrt.

Anmeldungen erbitten wir bis Anfang März an:

Hannelore Halama Stapeler Str. 33, 48329 Havixbeck

E-Mail: Hannelore_Halama@web.de
Tel.: 02507/660


                                                   Bericht von den

                                           Besinnungstagen in Gerleve

 

Diesmal war vieles anders bei den Besinnungstagen der Region in Gerleve. Keine wilden Novemberstürme und jagende Wolken, vielmehr eine klare Luft, ein blauer Himmel und eine Sonne, die rot glühend sank und noch lange den Himmel in ein orange, rot, violettes Licht tauchte.

Anders war auch der Beginn der Tage. Mit eigenen Kompositionen empfing

uns Abt Laurentius Schlieker an der Orgel der Abteikirche als Referent der Tagung. Mit seinem Orgelspiel entfaltete er das Thema der Tage auf musikalische Weise. Vom Leben erzählen – von Gott erzählen 

In Transitu – Vorübergang Gottes – lautete der erste Zyklus der Kompositionen. Fünf biblische Meditationen brachte Pater Laurentius zu Gehör,

fünf biblische Erzählungen, die den Vorübergang Gottes als je andere Erfahrung darstellen.

 

1.                 Gott im Traum erblicken

Das widerfährt Jakob, als er auf der Flucht vor seinem Bruder Esau ist.

Lebensraum, Nachkommen, segnende Begleitung verspricht ihm der Herr.

 

Ein archetypisches Bild, denn auf der Flucht vor ihren eigenen Dunkelheiten sind Menschen heute wie damals.

 

2.                 Gott im Ringen erleben

Auch hier steht Jakob im Mittelpunkt des Geschehens. Am Jabbok kämpft er allein mit Gott. Jakob ließ sich nicht niederringen und gab den Kämpfenden erst frei, nachdem er ihn gesegnet hatte. Aber die ausgerenkte Hüfte zeugte von jenem Kampf .

 

Der notwendige Reifungsprozess, um zu Versöhntheit und Frieden zu gelangen, setzt die Auseinandersetzung, das Ringen mit dem eigenen Schatten voraus.

 

3.                 Gott geht im Schweigen vorüber

Am Gottesberge Horeb, zu dem Elia sich aufgemacht hatte, erfährt er Gott. Nicht im Sturm, noch im Erdbeben oder Feuer, wie Elia erwartet hatte, war Gott.  Im verschwebenden Schweigen erfuhr er ihn, der ihm gebot, seinen Weg fortzusetzen. Gott ist kein fester Besitz. Vielmehr lebt der Glaube in der Verrichtung der ganz   alltäglichen Aufgaben und im Hören auf Gott, der spricht und schweigt.

4.                 Gott ruft im Vorübergehen

          Jesus beruft die Brüder Simon und An-

          dreas, die von Beruf Fischer waren.

  

Ruf und Auftrag Gottes sind Antwort auf die unruhige Frage nach Richtung und Ziel des Lebens.

 

  1. Gott ist Licht

           Jesus heilt den Blinden am Teich Schiloach. Jesu Macht als Licht der Welt sollte an ihm sichtbar werden und könnte an uns sichtbar werden.

Gottes Dasein, sein Mitsein in den Erfahrungen und Begegnungen der biblischen  Menschen stellte Pater Laurentius den Zuhörern musikalisch vor.

 

Die Flucht im gleichmäßig schnellen Rhythmus, auf und niedersteigende Klänge, hingehauchte Töne im verschwebenden Schweigen und die Silberklänge des Lichtes.

Dieser musikalische Einstieg ließ vor unserm geistigen Auge starke Bilder entstehen.   

 

Am Samstagmorgen erzählte Pater Laurentius anhand fünf biblischer Texte vom Leben und von Jesus Christus. Folgende Erzählungen hatte er ausgewählt:

 

  1. Wir sind Projekt Gottes, in das uns der Geist einführt: Joh 16, 12-15
  2. Den Weg der Sehnsucht gehen, um zu gewinnen: Mt 13,44-46
  3. Der Weg der Heilung: Lk 18, 40; Mk 9,14-29
  4. Die Liebe zulassen, die uns findet: das Gottesbild Jesu in Lk 8-9
  5. Unser Apostulat: Joh 1, 45- 51

 

Seinen Ausführungen stellte Pater Laurentius ein Gedicht von Andreas Knapp voran, der in „Noviziat“ den Horizont des lernenden, auf Gott sich einlassenden Menschen aufreißt.

Er zeigte vier Ebenen, auf denen der Mensch sich dem Wirken Gottes öffnen, nähern kann. Vier Ebenen, auf denen unser Leben spielt.

Diese Ebenen waren in den Evangelientexten und in dem je persönlichen Leben zu finden.

Wer ist Halt, letzter Halt, worauf wir uns verlassen können.

Welche Haltungen sind mir eigen, möchte ich leben? Gemeint sind Vollzüge wie: Güte, Großzügigkeit, Vertrauen etc.

Wie ist mein Verhalten? Reden Tun, konkretes Begegnen, Mimik etc.

Die Verhältnisse? Gemeint sind die äußeren Bedingungen des Lebens: Besitz, Beruf, Lebensstil etc.

Die Chancen und Herausforderungen eines christlichen Lebens aus der biblischen Botschaft wurden in den Ausführungen von Pater Laurentius deutlich. Diese Texte waren meditiert, reflektiert, im Leben erprobt, Grundlage tiefen Vertrauens, Botschaft der Hoffnung auf Gottes zuwendende, suchende Liebe. Laurentius verstand sie nicht als Vertröstung auf ´s Jenseits, vielmehr ereignet sich hier Heil oder Unheil. Im Alltag gelangen wir zur Anschauung Gottes. In den Fähigkeiten und Begabungen liegt das Potential, das der Mensch unter dem Zutrauen Gottes entfalten kann. Es gilt aber auch, in realistischer Einschätzung die Ernüchterungen des Lebens anzunehmen, ohne zu verzweifeln.

Niemandem bleibt die Erfahrung von Ohnmacht erspart.

 Aber Jesus übersieht den Menschen nicht, sieht ihn an. Nicht nur beim blinden Bartimäus auch im eigenen Leben geht es um Heilung. Jesus fasste Heilung als einen Prozess auf, an dem der Mensch beteiligt ist. Bartimäus wirft seine Hoffnung auf Jesus, vertraut, dass ihm Heilung zuteil wird. Nur wo der Mensch Heilung wirklich will, kann sie auch geschehen. Sich selbst abzulehnen, ist dabei das größte Hindernis.

Die Frage nach der Perspektive für Glaube und Zweifel beantwortet Jesus mit der Heilung eines Epileptikers, der bittet: Herr, hilf meinem Unglauben. Dieser Unglaube kann sich nur durch liebende Annahme wandeln. Das hat der Epileptiker erfahren dürfen. Liebende Annahme als Vorschuss kann die Kraft des Vertrauens wecken.

Ein Schwerpunkt des Vortrages war die Einladung Jesu, den Weg der Sehnsucht zu gehen. Im Gleichnis vom „Schatz im Acker“ und von der „kostbaren Perle“ wirbt Jesus dafür. Der eine sucht, dem andern wird geschenkt. So führen die Gleichnisse Jesu an den Schatz unserer Sehnsucht heran, an den Weg der ganz persönlichen Berufung.

Oft ist es schwer, dem Verlorenen und Verborgenen auf die Spur zu kommen,

Verborgene, abgelehnte Wünsche zu entdecken, Licht im eigenen Haus zu machen. Wenn am Ende das Finden steht, ist das Grund genug, ein Freudenfest zu feiern.

Pater Laurentius schloss seine Ausführungen mit einem 2. Gedicht von Andreas Knapp: Gehorsam

 

Die Arbeitskreise setzten sehr unterschiedliche Schwerpunkte in der Auseinandersetzung mit dem Vorgetragenen, da die eigene Lebenserfahrung dazu in Beziehung gesetzt werden sollte.

Für einige war das Thema: Gemeindefusion so bedrängend, dass es sich nicht länger verdrängen ließ. Unter dem Aspekt von pastoraler Verantwortung und Laienbefugnis kam es zur Sprache.

Andere verfolgten die Spur, Gott im oft sehr mühsamen, auch Leid geprüften Alltag zu entdecken, wobei die Spur sich in den Widrigkeiten des Alltags oft verlor.

Wieder andere hakten bei dem Gedicht: Gehorsam ein. Besonders bei Frauen war Gehorsam mit traurig demütigenden Erfahrungen belastet.  Daher konnten sie den Aspekt des freiwilligen Gehorsams aus Liebe nur schwer wahrnehmen.

Die Einübung von Haltungen wie Verantwortung, Gewissensentscheid wurden für heute als dringlich erachtet.

 

Die Besinnungstage endeten mit einem 2. Orgelkonzert, deren Themen „ Leben und Tod“ waren. Der Bogen war gespannt zwischen “Ecce lignum“, Motive aus den Gesängen der Karfreitagsliturgie, „Labyrinthos“, der Weg zur eigenen Mitte, zur Christusbegegnung und „Funkenflug“, ein Präludium zur Pfingstliturgie, das Türen und Fenster öffnete, ja, die Mauern und alle Enge sprengte. Das war Pfingsten! Geistbewegt!

Gottesbegegnung, Menschenbegegnung! Beides gehört zu Gerleve. Vielleicht können wir auch sagen: Gott im Menschen begegnen.

Die Freude, vertraute Gesichter, liebe Freunde wiederzusehen, ist jedenfalls in jedem Jahr groß. Das Morgengebet in der Kapelle gehört zu den Besinnungstagen wie auch das gemeinsame Singen, das Chorgebet der Mönche und der zwanglose abendliche Austausch bei Wein oder Bier.

Die Besinnungstage können nur an diesem Ort so sein, wie sie sind. Das Fluidum des Hauses, der benachbarten Abtei, diese gewisse Atmosphäre ! Das ist Gerleve!

 

Cläre Hillermann

 


                                           Texte zu den Besinnungstagen

 

Noviziat

es ist der kleine Alltag

der dich entführt

in dein Leben

wie ein Novizenmeister

 

Tag für Tag

weiht er dich tiefer ein

in das Mysterium

von Schmerz und Glück

 

nicht alles

geht nach deinem Kopf

und vieles läuft dir

wider Willen

 

und grausam angerissen wird

der Tempel deiner Selbstbildnisse

uubelügbare Entziehungskur

all deiner Süchte

 

du kannst nicht alles meistern

entthront wird deine Souveränität

und du begreifst, dass du

nicht deines Lebens Herr bist

 

wenn du aber alles Kleine liebst

und deine Armut noch umarmst

so wird das Leben dir

zum stillen Freunde werden

 

Andreas Knapp

 

 

 

gehorsam

 

auf wen hörst du

wem gehörst du

 

wer nur sich selbst

gehört

hat sich schon verdammt

zur eigenhölle

lebenslänglich

 

dass du umsonst geliebt bist

aus deinem eigenen

munde gehört

taugt nicht

es muss dir gesagt

werden

 

 und du musst es hören

und dem wort

gehorchen

zitternd gehorchen

 

liebend wirst du nichts

mehr wollen

im einsamen

eigenwilligen

vielmehr alles wollen

um der liebe willen

 

und nicht mehr gilt

mach was du willst

nur noch

antworte der liebe

und tu was sie will

andreas knapp