In Münster, so ein bekanntes Vorurteil, läuten entweder die Glocken oder es regnet; treffen beide...
KMF-Kongress 2012: „Glaube braucht Quellen: spirituell leben“ [mehr]In Münster, heißt es, läuten entweder die Glocken oder es regnet; treffen beide Ereignisse...[mehr]
Abschied und Neuanfang. 28 Jahre lang haben Elisabeth und Reinhard Dichter-Hallwachs die Neuerburg...[mehr]
Brauchen wir eine Frauenquote für die Kirche? – als Chance, dass die Nachfolge P. Langendörfers...[mehr]
NeuerBurgBauBlog
Zum 17. Mal wurde in diesem Jahr unter diesem Motto auf der Neuerburg nicht nur gesägt, gebohrt und gehämmert, sondern auch gebetet, gesungen und meditiert. Dennoch sollten wir uns eigentlich auf ein neues Leitwort einstellen, mit dem uns ein amtliches Dokument am Burgtor gleich zu Beginn begrüßte: “Wir bauen an unserer Burg”. Der Hintergrund: Bau-Zuschüsse der EU und des Landes Rheinland-Pfalz sind an sehr präzise Vorschriften gekoppelt. Die sollen (zu Recht) sicherstellen, daß den Zuschußgebern keine Mogelpackung unterschoben wird. Um nun auch nicht den leisesten Verdacht aufkommen zu lassen, da würde eine ‘fromme’ Veranstaltung als Baumaßnahme getarnt, mußte das traditionelle Motto weichen - jedenfalls ‘offiziell’. Denn wer sollte uns schon vorschreiben, was wir z.B. nach getaner Arbeit mit unserer ‘Freizeit’ anfangen?
So verband sich also auch in diesem Jahr wie eh und je mit dem ‘Labora’ unser ‘Ora’ - beim Morgen-Impuls, bei der abendlichen Reflexion und hier und da auch ‘zwischendurch’. Auch beim ‘Ora’ ging’s übrigens um die Burg und darum, daß die als Festung, als Bastion oder auch als ‘Haus voll Glorie’ nicht selten als Bild für ‘Kirche’ steht. Allerdings übersehen die Liebhaber dieses Bildgleichnisses allzu oft, daß die Bastionen aller Zeiten irgendwann zu Ruinen wurden und auch als solche Bilder für die Kirche sein könnten. Uns jedoch kam es darauf an, gerade die Neugestaltung von Bastionen und Bollwerken zu Orten der Kommunikation als ein bildhaftes Tun zu verstehen: Wir bauen an unserer Kirche, wie wir an unserer Burg bauen. Wie wär’s mit neuen Bildern für Kirche, etwa ‘Plateau der Begegnung’ oder ‘Sonnenterasse der Liebe’? (Siehe auch www.heribert-graab.de/Bild_d_Monats.html.)

Am Grillplatz herrschte Einigkeit darüber, dass dies eindeutig ein besserer Platz für die Bionade – Werbung sei, da in der aktuellen Werbung nur Sprecher vor einem langweiligen Hintergrund gezeigt werden, die keine Ahnung von den Inhaltsstoffen von Bionade haben.
Insofern ist ein Mann mit Ahnung vom Dachdecken auf einem Dach in der schönen Eifel auf der Neuerburg doch vermutlich wesentlich schöner.
Die letzten zwei Teile des Grillplatz-Daches sind beinahe fertig sowie auch der Holzboden der Sonnenterasse und die Absturzsicherung bzw. das Geländer.
Zudem ist die vom Winter beschädigte Treppe zur Küche repariert worden, Fenster wurden entrostet und neu gestrichen, Schlaglöcher wurden ausgebessert und Teile der Burgmauer wurden restauriert.
Doch sollte man beim Arbeitsfortschritt auch das meist schöne warme und sonnige Wetter nicht vergessen, das den Spaßfaktor und das Weiterkommen bei der Arbeit sicherlich begünstigen.
Das ausgezeichnete Essen nicht zu vergessen.
Das nächste Richtfest-Sechstel konnten wir zur Kaffeepause feiern. Das Dachdeckerteam "Fröhliche Rheinländer" erreichte den Dachfirst. Spät gestartet holten sie in den Mittagsstunden mächtig auf.
Die ersten acht Reihen können noch von einem Gerüst befestigt werden. Dann gilt es, sich sorgsam auf einer am First eingehängten Holzleiter zu bewegen. Schließlich sind die Schieferplatten höchst druckanfällig.
Zwei Leitern wurden eigens auf der Neuerburg angefertigt. Weiterhin dämpfen bunte Isomatten und Styroporplatten Fußabdrücke, Kniescheiben und Handabdrücke.
Für die langfristige Überdachung des Grillplatzes werden die oben deponierten Schieferdecksteine in der ersten und letzten Reihe auf dem Dach mit einer Fliesenschneidemaschine mit Diamantschneide schräg angesägt, da sie sehr hart sind.
Anschließend werden Löcher mit einem Bohrer gebohrt, in denen nachher Schrauben mit einem Akkuschrauber zur Befestigung fixiert werden. Bis zum Ende es heutigen Tages sollen zwei Teile des sechsteiligen Daches fertig werden und ein dritter zur Hälfte.
Auch in diesem Jahr helfen wieder engagierte ND'er und weitere ehrenamtliche Helfer, die Neuerburg zu restaurieren und Schäden zu beheben.
Glücklicherweise werden dieses Mal die Materialkosten z.B. von Holz und Schrauben durch einen europäischen Zuschuss gedeckt (im Rahmen des rheinland-pfälzischen Entwicklungsprogramms „Agrarwirtschaft, Umweltmaßnahmen, Landentwicklung“).
Trotz vorerst tristem Wetter herrscht hier eine anregende Arbeits-Atmosphäre bei den fleißigen Helfern, die sich auch über andere Mithelfer sehr freuen.
Schönster Sonnenschein beflügelt alle Arbeiten und Malocher. Alle, nein ein kleiner Teil der Burg-Bauer sitzt in der Knappenstube uns sucht verzweifelt nach zwei verlustigen Blogs.
Derweil geht der Innovationspreis dieses Tages an Bernard Heckenbücker für die Errichtung eines Holzgerüstes, dass jetzt mit drei Dachdeckerbrigaden gleichzeitig die Schiefertafeln auf das Dach transferiert & passgenau angeschraubt werden können. Ein erstes Sechstel-Richtfest konnte rechtzeitig vor dem Mittagessen gefeiert werden. Ansonsten steht es Heribert als freiluftiger (-geistiger?) Kanzelersatz zur Verfügung.
Am schönsten ist es, von einem trockenen Plätzchen aus, dem Regen beim Niederfallen zuzugucken. Heute morgen gegen halb sieben weckte mich heftiges Regenprasseln. Oh Graus, dachte ich, gut dass ich im warmen Bettchen liege.
Zum Gottesdienst gegen acht ging man dann doch besser, mit der Regenjacke, gut behütet oder wohl beschirmt. Die Gottesdienstbesucher kamen deshalb auch tröpfelnd, so dass wir in der Burgkapelle bis zum Messbeginn dem medidativen Tröpfeln lauschen konnten. Oder war es der Regenabfluss, der so rauschte? Obwohl es keine Fürbitte an den Wettergott gab, war der Himmel doch sehr aufgehellt.
Pünktlich zu Arbeitsbeginn fing im Himmel wieder das große Weinen an. (Logisch: Sonntagsarbeit) Teilweise ganze Schauer, die auf uns runterpladderten. Dieses Jahr gibt es ja nur Outdoor-Projekte. Daher musste die Crew öfters die Sonnenterrasse gegen das Gewölbe tauschen. Und die Dachdecker auf der Grillhütte konnten an den Schieferplatten die Regendichte ablesen. Je grauer, desto niederschlagender. Dann schnell eine Reihe von fünf hellen Schiefertafel, Glück gehabt. Irgendwann ist man durchgefeuchtet, und in dem Moment explodieren die Glückshormone ...
Am Nebentisch hat Nadine einen kunterbuntes Schmickset aufgebaut. Die Kinder stehen Schlange und lassen sich in Schmetterlinge, Elfen und Herzdamen verwandeln. Gerade ist ein Dinosaurier in der Mache.
"Wenn Du Angst hast, machst Du einfach die Augen zu". Später nach in den Spiegel blinzeln. Einige müssen vertröstet werden, und bekommen bis nach dem MIttagschlaf einen provisorischen Punkt aufs Näschen.
Jetzt weiß es das facebook-Imperium, was im früheren Rittersaal vor sich geht - oder besser vorliegt. Leo agiert nach dem Sekundenschlaf deutlich aufgeweckter.
"Here comes the sun", ist die Tagesparole und tatsächlich hat die Sonne auf der Burg vorbeigeschaut und die Temperatur ist gleich um etliche Grade hochgekraxelt.
Felix und Jan-Niklas haben alle Kinder mit Bällen ausgestattet und so fliegen kleinere quitsch-orange Fußbälle, tieffliegende Tischtennisbälle, Indiakas der neusten Generation, Frisbees kreuz und quer über das Kieselspielfeld.
Noch haben die Kinder das gelbrote leuchtende atomkraft-kritische Wurfgerät an der Küchetheke noch nicht bemerkt. Aber es bleibt ja ein bisschen Aufendhaltszeit, und noch achtmal sind die Tische zu decken und ist das Essen zu servieren ...
Fünfzig Fackel hat das Burgtagsteam für die nächsten fünf Jahre besorgt.
Vergnüglich ist es, im trockenen Gewölbe zu sitzen und den eifeler Landregen beim Niederfallen zuzuschauen. Die Kids an der Tischtennisplatte lassen sich nicht vom Spielen abhalten
Das Abendessen konnten wir noch an den Tischen im Burghof einnehmen ... Gleich werden Ekkehard, Delia und Michael die restlichen Schäfchen ins Trockene treiben und das Programm präsentieren.
Neben den ansonsten für den Bund, KSJ und KMF unbezahlbaren Bauleistungen & Innovationen charakterisierten 'Ora&Labora' zumeist erfreuliche Begegnungen
- zwischen Neuerburgern und Neudeutschen,
- zwischen Jungen und Alten,
- zwischen Ingenieuren, Halbleitern, Polieren und denjenigen mit den beiden linken Händen
- zwischen Tag und Nacht, Regenzeit und Sonnenstunden und schließlich
- zwischen Bundesmeister und Bürgermeisterin.
Fortsetzung folgt. Es bleibt spannend.
Am Ende von Ora&Labora steht traditionellerweise der Gang über die Nun-nicht-mehr-Baustelle:
Von dem Tor der Westbastion, über das neu gestrichene Mühlefeld & Geländer, kurzer Blick aufs Hochplateau, geht es auf die Sonneterasse, dann zur Schaukel, alsbald zum komplett neuen Grillunterstand "Alte Saubraterei", Es folgt ein Abstecher zum gespenstischen Kindergemälde, weiter zur verstärkten Bühne, Stopp an Treppenstufen zum Gewölbe, schließlich zur Geländerkonstruktion am Fuße der Neuerburg, wo auch die gesamten Innenarbeiten (Rauchmelder, Putzarbeiten) gewürdigt werden.
Die Bauarbeiten seien alle erfolgreich abgeschlossen, freut sich Wolfgang Heidkamp, der aber schon längst die nächsten Baustellen fest in den Blick genommen hat. "Zur nächsten Baustelle? Bitte hier entlang".
Wie verhielt es sich mit den Wolken und Gott ? Grau präsentierte sich das Wetter, die Atmosphäre im Burghof hingegen aufgeräumt und heiter.
Auf der Bühne, die als Altarinsel genutzt wurde, illustrierte eine Leiter die Geshichte und Deutung von Jakobs Traum. Die Himmelsleiter sei wegen ihres Auf & Ab das Gegenmodell zu dem Konkurrenzkampf auf der Erde, so die Geistliche Leiterin der KSJ Trier Jutta Lehnert und der "Burgkaplan" Heribert Graab.
Der aus den Neuerburgern, der Ministratengruppen und aus Ora&Labora kunterbunt zusammengewürfelten Burggemeinde gefiel der Gottesdienst ausnehmend gut.
Die ganze Burg ist beim Kabarett ? Nein ... eine Gruppe von Unermüdlichen sägt noch das letzte Brett zurecht zu schneiden und bringt es an. Die Zeit läuft, schließlich wollen Hüttenbauer auch noch den Kabarettisten live erleben.
Obwohl, auf dem Südwestturm manche den Eindruck nicht loswurden, als fände hier das große Theater statt. Eine Kostprobe gefällig?
Dialog an der Kreissäge: "Du willst mir etwas von Erfahrung erzählen, mein lieber Freund, die Erfahrung, die machst Du." Ganz zu schweigen von Strichen, die durchgestrichen wurden, dann aber doch gelten.
Aber das Werk mit einem letzten Hammerschlag ist dann doch trotz allem vollbracht und das Kabarett erst zum Drittel vorbei.
Das Abendgebet fällt aus. Oder besser: Das Auf und Ab auf der Himmelsleiter kommentiert Heri Lehnert scharfsinnig und spitzzüngig: „Die Kirche hinkt, aber was hinkt, geht noch!“
Das Publikum in der Burgkapelle, dem alten Rittersaal und dem aktuellen Standesamt ist hellauf begeistert. Vor allem die beiden Frauen - hinten in der letzten Reihe - biegen sich vor Lachen. Auch, als der Kabarettist festhält, trotz allem Feminismus müsste Gott ein Mann sein. Denn "er sagt nichts."
Auch die beiden von der Regierungsleiter, Angela und Guido, ziehen den trockenen Humor des Koblenzer Kleinkünstlers geradezu magisch an.
Der neue Zaun steht dank ihrer Mühen. Jetzt können Dieter, Adina und Florian nach Herzenslaune die alten Gatter auseinander schlagen, spalten und zu Feuerholz verarbeiten.
Das Abbruchunternehmen ist zuversichtlich, dass die 'Alte Saubraterei' punktgenau fertig wird und leistet ganze Arbeit.
Neben der Bühnenbaustelle verweilen Heribert Graab und Jutta Lehnert unterm Sonnenschirm und grübeln, wie sie den Abschlussgottesdienst gestalten sollten. Logisch, dass die Himmelsleiter eine Rolle spielen wird. Aber wie sage ich es dem Volk Gottes? "Halt, wird diese Leiter gebraucht", stoppen die beiden Geister einen Baustellenleiter.
Immerhin Schilder unten an der KIrche und dem dazugehörigen Parkplatz informieren darüber, dass der Pfarrgemeindegottesdienst am Sonntag auf der Burg stattfinden wird.
- gerade läuft das Konzert mit der mittelalterlichen Musik, das Finale von Ora
- heute morgen Gottesdienst mit deer Pfarrgemeinde zum Thema Himmelsleiter
- Baustellenbesichtigung ergibt glückliches Ende der Projekte
- Angrillen in der Alten Saubraterei erfolgreich und macht Geschmack auf mehr
- Details folgen bis Mittwoch
Arbeitsreiche, schöne Woche. Allen eine gute Heimfahrt.
Gerdi, Berti und Hanne arbeiten an der Baustelle mit dem meisten Publikumsverkehr. Bei allen Routen liegt der Burginnenhof einfach zentral und in der Sonne. Ihn kreuzen die kurzen Laufwege für Kleinteile wie Schrauben aller Art, aber auch die mühseligen Gänge mit Schubkarren voller Zementsäcke oder dicken Bretterstapeln. Auch Touristen schlendern vorbei. Außerdem lockt der Burginnenhof zur Kaffeezeiten mit herlichen - übrigens fairgehandelten - Aromen und Kuchen teilchen.
Hier tobt das Leben, spielen sich Dramen ab. Mitten auf dieser Bühne reparieren Hanne, Berti und Gerdi die Bühne, schraubten sie in unzählige Einzelteile (ich schreibe nur Schrauben und die Tragödie anzudeuten) auseinander, flickten und verstärkten die zwei Bruchstellen.
Dabei nutzen sie die Chance, vorbeieilende Laboranten als Teilzeitkräfte zu rekrutieren. Passend zur Aufführung des Abendessen steht die Bühne dann wieder.
An einem Samstag kann das spontane Kinderkino eigentlich nur ein Filmhighlight zeigen: "Das Sams" nach einer unvergleichlichen Idee von Paul Maar.
In einem dunklen Eckchen im Tischtennisgewölbe verfolgen Lukas, Dominik, Kilian, Amelie, Merla gebannt die Abenteuer vom Sams und Herrn Taschenbier. Immer wieder hören die Erwachsenen lautes Gelächter und johlen aus dem Gewölbe schallen.
Bis auf das Einfügen des Textes haben Muriel und Helena auf die richtigen Tasten gedrückt, damit dieser Blog ins Netz geht und andere Beiträge Bilder bekommen. Und waren fasziniert wie sich die Seite verändert. Die freudige Neugierde erfreut dann wieder die Herumstehenden.
Eine echte Burg braucht einen richtigen Geist. Blöd nur, dass Gespenster sich in den modernen Zeiten so rar machen. Aber jetzt haben uns die Kinder ins Bild gesetzt.
In gleich zwei Arbeitsgruppen geht es voran. Die erste schneidet große OSB-Blatten millimetergenau zu. Sie ähneln einem Dach, aber auf sie kommt noch eine Sparrenkonstruktion, auf die der Schiefer befestigt wird.
Bei einer der letzten Baubesprechung lernten wir, dass Schiefer wasseraufsaugt und daher eine Luftzirkulation notwendig ist.
Von oben betrachtet ähnelt es einem Verfolgungsrennen, denn das OSB-Team ist gerade beim viertel Sechstel, während bei letzten Drittel noch die Tragebalken gesetzt werden müssen. Präzision ist gefragt, die "Klauen" müssen genau auf den Pfetten sitzen, die Winkel müssen stimmen.
Verwegen auf den Hölzern balancierend lässt Wolfgang Heidkamp das ganze Unternehmen aus dem Blick.
Jedes Detail ist wichtig und lässt jeden Balken, jede Bohle zu einer Maßanfertigung werden. Von 'schief' könne keine Rede sein, flachst einer. Das Ende bilde der "Schiefer".
Auf der Sonnenterasse bekommen die Spielfelder Farbe, während sich die Maler-Crew mit Florian Salditt (8) an der Spitze sich gegen allzuviel Farbe mit Sonnecreme einschmieren muss. Die Lackfarben werden sorgsam als Schachbrettmuster und Mensch ärgere Dich nicht-Feld für vier Personen auf die Bretter gepinselt.
Nach den Punkten auf dem Boden glänzen die ersten Spielsteine farbig, in blau, rot und grün. Ob die am Rande aufgereiten Damen, Bauer, Springer, Läufer wohl wissen, wo die schäbigen gelben Holzklötze sich befinden? Bis zum Mittagessen waren sie noch nicht gefunden.
Seit heute wissen wir, was ora et labora wirklich bedeutet: Bei der alten Saubraterei liegt erst ein Dachsegment, als die
Glocke zum Abendmahl ruft.
Kurze Debatte - schlauer Vorschlag, ein halbes Stündchen könnnten wir doch noch dranhängen. Der Freizeitverlust erschien akzeptabel. Aber es passierte, was sich die Initiatoren insgeheim ausgerechnet hatten, natürlich verlängerte sich die Arbeitszeit und kollidierte mit der Anfangszeit des Abendlobs.
Tja, es sei doch ein gottgefälliges Projekt dachten die Einen, und die Anderen hörten in der Burgkapelle die Kreissäge aufjaulen. Moralisches Problem gelöst und wirkliches Ora&Labora.
Das nächste Spätstücke ist erstens eine Feuerschale und zweitens der Fimfilm "Willkommen bei den Sch'tis" im Outdoorkino.
Heute ist der 20. August und - wer hätte es gewusst - der Namenstag vom heiligen Bernhard. Bezeichnenderweise wurde der heilige Bernhard von Clairvaux auf einer Burg geboren; in Fontaine-lès-Dijon, wechselte später aber ins Zisterzienserkloster.
Ausgang des elften Jahrhunderts nahmen es die Zeitgenossen mit der Rechtschreibung nicht so genau und die Franzosen haben bis 'eute große Artikulationsschwierigkeiten mit dem 'h'. Daher konnte Bernard besten Gewissens seinen Namenstag feiern und spendierte der gesamten Burgbelegschaft Eis.
Nicht nur dafür, sondern auch auf gesamte Großbaustelle Neuerburg gesehen erweist sich Bernard ohne h als ein wirklicher "pater familias"der Neuerburg, ganz im Sinne des Bernard mit h.
Merkwürdig ist es schon, zwschen den gesamten Werkzeugen und dem Maschinenpark an Kreis- oder Kettensägen ein Notebook auszupacken, und einen tiefen Sprung in die virtuellen Welten zu wagen. Es ist nicht so atemberaubend wie der Sprung mit der Seilbahn von der Burgmauer.
Gleichwohl faszinieren elektronischen Netzwerke und Kmmunikationswege. Als mal eben die Balken & Bretter neu vermeessen wurden, damit die Kreissäge weiß, an welchen Strichen sie sägen darf, haben wir von der Neuerburg aus, kurzerhand der KMF im ND eine Facebook-Identität verschafft.
"Schaffen" heißt die Parole auf der Himmelsleiter. Jetzt wird aber der Laptop wieder eingepackt. Zurück ins wirkliche Leben voller haptischer Qualitäten.
...hier noch der Link zur FB Seite: www.facebook.com/pages/KMF-im-ND/150383071655299
Auf höchsten Niveau schafft Dominik Haupt: auf der Westbastion. Unter ihm gähnt der Abgrund. Beim Deichprojekt muss nur noch das tönerne Profil mit Rasenstücken überdeckt werden. Damit läuft künftig der größte Teil des Niederschlags auf der Nordseite des Turmes herunter.
Um auch die restlichen Wasserfluten der Wolkenbrüche auf der Südseite des Plateaus ablaufen zu lassen, konstruierten Dominik, Adina und Florian einen Wasserspeier, der - so ist zumindest der Plan - bis in ein zehn Meter tiefergelegenes Blumenbeet spuckt. Leider scheint die Sonne und keine Spur einer Gewitterstimmung.
"Feuer hat einfach noch gefehlt", meinte Hilke. Da geht es Ora nicht anders wie einer Schulkasse oder Messdienergruppe. Einmal zusammen am Lagerfeuer sitzen, vielleicht grillen und über Gott und die Welt ratschen, ist einfach genial.
Bei 'Ora&Labora' heißt es Baubesprechung. Über der Feuerschale, in der die Holzabfälle vorsichtig hinlodern, wird am Donnerstag über die Arbeiten laienverständlich gefachsimpelt und gelästert. Über uns wölbt sich der weite Sternhimmel und lugt der Mond neugierig um die Ecke.
Heute hielt Dieter Briechle einen Vortrag über das Entstehen der Gatter. Das Anfertigen der Elemente begann der begeisterte Heimwerkerüber die Winter hin in der Kölner Werkstatt von Stephan Jakobiedess. Dies habe ihm beim Nuten anfertigen 100 Arbeitsstunden gespart.
Er solle mal nicht so tief stapeln, kommentiert Bernard Heckenbücker die "Vergatterung", steckten trotzdem noch 150 Stunden Arbeit in der Holzkonstruktion. Der ND habe das Material bezahlt, aber darüber hinaus müsse man eigentlich einen Gesellen-Stundensatz für das unbezahlbare Engagement ansetzen. Diese Werte dürfe man im ND bei diversen Debatten um die Burgen nicht unterschlagen.
Das Feuer, aus Begeisterung immer wieder neu hoch geschürt, lodert fröhlich funkentrunken weiter und überdauert gegen MItternacht auch ein nächtliches Sternegucken auf der Aussichtsplattform. Damit hätten wir bis zwei Uhr warten sollen, da sei der Sternenhimmel mit dem Großen Wagen, Jupiter, Cassiopeia noch viel funkelnder gewesen, meint Berti am nächsten Morgen.
Plötzlich stand sie mitten im Kurz-vor-dem-Abendessentrubel in der Knappenstube. "Ich möchte Euch jemanden vorstellen", verschaffte sich Bernard Heckenbücker etwas Ruhe, "die Bürgermeisterin von Neuerburg".
Große Verblüffung. Charmant lächelnd, ein Kind auf dem Arm, ein anderes an der Hand - so stellt man sich ein Stadtoberhaupt in der Eifel eigentlich nicht vor.
Die Überraschung ist der Stadtbürgermeisterin Anna Kling geglückt. Sie freue sich über die Ora & Labora-Aktivitäten, erklärt sie, und in Neuerburg werde der Einsatz des Bundes Neudeutschland für die Neuerburg sehr geschätzt. Ein Wiedersehen gibt es am Sonntag, wenn zusammen mit den Neuerburgern der Gottesdienst im Burginnenhof gefeiert wird, alle Projekte vorgestellt werden und am Nachmittag ein Konzert stattfindet
Unglaublich, wie kann jemand seit dem Sandkastenalter über die Flohmärkte ziehen, 250.000 Kilometer im Jahr abreis(s)en, um Gegenstände aus den vergangenen Zeiten zu sammeln, den Bauernof umbauen, dort ein Museum errichten und eine Erlebnisgastronomie aufbauen?
Theo und Brigitte Lukas sind der Leidenschaft für frühere Zeiten verfallen und ihr Bauernhof steckt bis in den kleinsten Winkel voller Alltagsnostalgica. Mehr als 40.ooo Exponate.
Irrsinnig. Aber seitdem wissen wir, was es bedeutet, dass die Maus keinen Faden abbeißt, was es mit dem Eisen im Feuer auf sich hat und wer einen Zacken / Zahn zulegen kann.
Prädikat: Das Eisen & Ofenmuseum ist absolut empfehlenswert.
Die Alte Saubraterei macht sich. Die Hälfte der Innen- und Außenposten sind durch Zangen miteinander verbunden. Als "Zangen" werden zwei Balken bezeichnet, die an die Posten seitlich angeschlagen werden und parallel verlaufen.
Die vierköpfige Extraschicht wird die andere Hälfte bis zwanzig vor vier anbringen, während die Hauptgruppe unter der Führung von Reinhard zu einem alten Schmiede- & Eisenmuseum wandern wird. Bei Waffeln sollen sich beide Kolonnen wieder vereinigen, um im Anschluss das "Ofen- & Eisenmuseum" in Hüttingen zu besichtigen.
Dort warten ...
Zurück bleibt ein verlassenes Schild, das ans Burgtor genagelt ist. Auf allen Baustellen ist nämlich ein offizieller Aushang mit dem Hinweisen auf die Bauarbeiten, die Genehmigung und den Verantwortlichen anzubringen.
Was sagt uns dies? Hier sind Profis am Werke. Auf dem 'Schild da' zeichnet der Bernard für den Bund Neudeutschland verantwortlich.
Während die Spätschicht sich drei Stockwerke tiefer im Speisesaal die Köpfe heißredet, (heutige Themata: Ist jetzt auch im ND die Juristerei die ultima ratio - Um etwas zu bewegen, muss man sich engagieren anhand des praktischen Beispiels Mitgliedschaft in einer [staatstragenden] Partei) hat Peter Riedel noch seinen Koffer vor dem Burgtor stehen. Er ist erheblich vor Mitternacht auf der Neuerburg eingetroffen.
Ein ähnliches Wunder ereignete sich während des Abendessens: Eine milde, farbintensive Sonne schaute auf das Südwestbollwerk, just zu dem Zeitpunkt, als der letzte Balken die sechs Innenpfosten dauerhaft verband. Das letzte Nagel auf den Kopf treffen - um viertel nach sieben - besiegelte auch das obere ChiRho der "Saubraterei".
Weit mehr gebe es noch zu erzählen: Von den von Amelie (11) angeregten Seilbahn-fahrten in den Abgrund oder vom Schlemmen im Matsch oder wie Muriel (3) Hermann-Josef (im besten Opa-Alter) aufforderte,"Du musst jetzt aber aufstehen und mitkommen" zum Schwarzbildchen; oder was mit der aktuellen TAZ - Headline 'Hanf auf Rezept' passiert ist.
Dies dann morgen, irgendwann nach dem Aufstehen.Spätestens übermorgen, wenn die Konsequenzen klar sind.
Wer mailt so spät durch nach und Wind, es ist der Pille und macht's geschwind. Um das Wlan zu empfangen zu können, muss er sich auf die Türschwelle hocken. Das ist ihm der Inhalt des Mailings wert: "Die Burgtor steht für Arbeitslustige sperrangelweit offen, wir freuen uns".
Morgen mittag hat sich der KSJ-Bundesleiter Dominik Haupt angekündigt. Auch Martin Sander wird mit in die Hände spucken. Zwei weitere KSJ'ler haben sich angekündigt. Weiteres spontanes-situatives Engagement ist nicht ausgeschlossen. Damit steigt der Anteil der KSJ'lerInnen auf der "gemeinschaftsübergreifenden Veranstaltung".
Wahrscheinlich bietet Ora&Labora die beste Plattform überhaupt, um griffig, gemeinschaftlich und generationsübergreifend Lebensgestaltung zu praktizieren. Und dies auf der Neuerburg, die alles andere als ein künstliches Gruppenlaboratorium, ein von Neonröhren erhellter (nicht erleuchteter) Arbeitsplatz, oder eine virtuelle Welt ist. (abgesehen von diesem Blog und seinen technischen Voraussetzungen und dem Heinyschen Babyphon, das einen Störsender wiedergibt).
Ja, den Wetterberichten darf man nicht trauen, war doch eine Aufhellung für heute morgen fest versprochen. Der Blick aus dem Fenster verheißt eine graue Suppe. Immerhin hat es nicht stürmisch wie in der letzten Nacht durch das geöffnete Fenster hineingeregnet. Als wir aus der Burgtür zur Kapelle gehen, haben die Wolken die Burg fast eingehüllt.
Das Still(l)eben kann sich Heribert nicht entgehen lassen. Die Wolken, so der Wetterprophet, seien wie die biblische Botschaft an vielen Stellen erzähle, ein Zeichen Gottes. Nicht fassbar, aber doch real und ein bisschen unheimlich. So gesehen sollte die Sonne noch etwas auf sich warten lassen.
Jetzt aber husch husch weiter auf der Himmelsleiter.
Es irrt, wer denkt, dass ora & labora sich nur auf das Burggelände bezieht. Natürlich zielt der allgemeine Anspruch auf handwerkliches Knowhow und Learning by doing. Was bei den kundigen Verantwortlichen für manche Sorgenfalte oder graue Haare sorgen dürfte, wenn sie sehen, wie wir rummachen. Frustrationstoleranzen betragen deutlich mehr als der Satz von der Vorbesprechung: "Ihr habt nur ein Millimeter Spiel".
Erste Anzeichen der Bauarbeiten finden die Besucher bereits am Fuße der Burg. Der unsichtbare Nachbar hat auf mehreren Metern die Abgrenzung zum Burgberg gerammt. Eigentlich müsste er sie wieder reparieren, aber wenn in der Zwischenzeit - sagen wir - ein Holländer dort abstürzt, müsste der ND als Burgherr haften. Ein klarer Fall für Ora&Labora. So wurden Löcher quer durch Wurzelwerke gebuddelt, vier Abflussrohre versenkt und einbetoniert, in denen die eigens angespitze Pfosten Halt finden. Alles um die Holländer vor Unglücken zu bewahren, in die sie sehenden Auges reinlaufen. Holländer - das ist die erste Bilanz dieses Wochenanfangs - gesellen sich gern auf Baustellen in der Eifel. Trotz aller Baustellenschilder & Kinder haften für Ihre Eltern - oder so ähnlich. Was die Sorgen der Bauleitung weiter verstärkt. Und den Ärger auch.
Zurück zur Frustration. Da ist die Sache mit dem Zaun gewesen. Logisch, seine schönste Seite sollte den Betrachtern zugewandt sein. Blöd nur, dass fühere Oratorianer exakt umgekeht gedacht haben. So musste das mühsam anmontierte Zaunstück am Burgeingang wieder demontiert werden, neu zugesägt und wieder angeschraubt. Drei Pfosten sind felsenfest gesetzt, der vierte wird morgen befestigt. Es könnte ja sein, dass sich etwas verzogen hat.
pst.: Wir wünschen uns aussagekräftige Baustellenhinweisschilder auch auf Holländisch und Luxemburgisch.
Sie wollte wir
klich nicht. Sie musste aber weichen. Auch wenn sie sich hartnäckig gegen ihr Schicksal gestemmt hatte. Trotz massiver Kraftanwendung war da erst gar nichts zu machen. Keinen Millimeter hat sie nachgegeben. Nach mehrstündigem Kampf fiel dann das Todesurteil. Ein einstimmiges Urteil. Michael sagte: jetzt hole ich die Flex. Jetzt brauchen wir aber eine neue Ersatz-Reifenschaukel-Mutter. Freiwillige?
Das Projekt auf der Südwestbastion hat endlich einen klingenden Namen.
Zumindest einen vorläufigen: "Die Alte Saubraterei". Historischen Urkunden zufolge befand sich in der Ära der Neuerburger Herrscher in exakt diesem Gebäudetrakt die Burgküche - allerdings einige Meter unter dem heutigem Standort.
Die Außenpfosten sind gegen Abendessen mit Pfetten verstrebt, die ganze Konstruktion ist bereits relativ stabil.
Morgen werden gleich drei Kolonen der Saubraterei weiter Gestalt geben. Erstens verleiht (langfristig) die Betonierbrigade unter dem neusten Laboranten Weber dem Hüttchen Standfestigkeit. Währenddessen kettensägt und nagelt die Crew um Peter Trimborn in der luftigen Höhe von dreieinhalb Metern die Verankerungen der Innenmasten. Parallel werden die Sparren präpariert.
Herzlich begrüßen wir Berti & Gerti - Ora & Labora erfahrene Malocher aus dem Ruhrpott - und Christoph und Hanne aus dem Rheinischen, aber auch mit einem internationalen Arbeitshintergrund.
Seit zwei Tagen herrscht Verwirrung. Sie klopft sporadisch ans Burgtor und schaut sich auch gern mal auf diversen Baustellen um. Meistens um die mittleren Stunden des Nachmittags. Heute ist die Konfusion besonders stürmisch gewesen, läutete bereits gegen halb vier das Glöckchen, obwohl der Kaffee gerade erst aufgesetzt war.
Alles genau nach dem Tagesplan, der die Kaffeepause für halb vier dekretierte. Die Poliere am Bau vertraten aber die Ansicht, sie hätten Kuchenteilchen & Kaffee für 16 Uhr erst auf den Plan gerufen.
Es ist sowieso unerklärlich, wie wir schon wieder Hunger haben konnten, servierte die exzellente Burgküche heute Kartoffeln, Blaukraut (auch Rotkohl genannt), leckeres Gulasch, einen liebevoll angereicherten grünen Salat und Schalen voller Schokoladenpudding zum Dessert. Das Auge ißt mit, die Mägen freuen sich, die Moral steigt und is(s)t regenvollimprägniert ...
Für den Morgen gilt es, direkt den Gipfel der Genüsse zu erklimmen, zwischen den Sahnebergen und den Obstvielfältigkeiten, aber auch die Brötchen wahlweise mit "Schokoladenschmier" oder Marmelade zu goutieren. Wenn der kleine Gourmet nicht lieber herzhafte Belege preferiert.
Lob, Ruhm und Ehre würde ich sagen, wenn ich nicht gerade den Mund voll hätte. Wer schon mal Gast auf der Neuerburg gewesen ist, weiß dass dieser Blog den Mund ganz & gar nicht zu voillgenommen hat.
Unglaublich, gleich auf Anhieb ließen sich die sechs Außenposten nicht nur in die Löcher versenken und perfekt mit Brettern im Abstand von 3,54 Metern verbinden. Selbst Wolfgang Heidkamp hatte mit zwei Aufbauanläufen gerechnet.
Der gesamte Aufbau ging im Trockenen vor sich und verspätete das vorzügliche Mittagessen nur um fünf Minuten. Heute nachmittag werden die Pfostenspitzen passend zugeschnitten und Verstrebungen eingesetzt.
Beweisfotos folgen gegen Abend.
Bei einer Burg denkt man meistens an Steine. Logisch. Fakt ist aber, dass Holz ein mindestens ebenso existentielles Baumaterial ist. Die Verfallszeit ist ungleich höher, besonders wenn die Hölzer Sturm, Regen, Sonne ausgesetzt sind.
Auf dem Freiluftgeländer betrifft dies besonders die Geländer. Ganze Segmente tauschen Florian und Adina gleich aus. Heute morgen werden die beiden den Holzelemente weiter auf den Leim gehen. Für das abschließende Lackieren muss - welch' verwegener Wunsch - die Regenzeit für vier Stündchen enden. Mehr über diese blaue Engel, grünen Punkte und gelben Säcke später im Blog.
Liebe Burgenthusiasten,
ganz liebe Grüße aus der Nordeifel in die Südeifel. ich verfolge eure Berichte und werde trotz Wetterkapriolen neidisch, nicht mitmachen zu können. Doch das kleine (oder vielleicht auch schon recht große) Mädel in meinem Bauch ist in hoffentlich spätestens 2 Wochen fertig und will dann endlich Eifelluft schnuppern. So versuche ich meine Tage relativ bewegungs- und streßarm zu gestalten. Das gelingt bei zwei energiegeladenen Jungs nicht immer :-)
Euch wünsche ich gutes gelingen und eine wunderbare Stimmung. Liebe Grüße an alle, die mich kennen und natürlich besonders an die Burgeltern.
Eure Doro
Heute ging es auf der Ex-Lagerfeuerstelle um das rechte Maß. Penibel wurden von den Experten Innenkreis (Farbspraydose in grün) und Außenkreis (ebenfalls neongrün) gezogen, schließlich die Winkel (signalrot/ sechzig Grad) abgesetzt.
Ein Winkelprisma trat dazu in Aktion, aber auch die guten alten rot-weiß-leuchtturmartigen Stangen.
Im nächsten Arbeitskreis wurden dicke Holzstämme angesägt und ihnen ein Metallfuß angeschraubt.
Morgen, ja Morgen wird es etwas geben: Vormittags werden sechs "Masten" gesetzt, mit Latten stabilisiert und ein Sechseck aufgebaut. Eingeweihte denken sofort an ein ChiRho ...
Als eine neue Disziplin hat sich bei 'ora&labora' Steinpuzzlen etabliert. Man bemerke - vor lauter HImmelsleitern - eine schnöde Treppe aus Stein. Man nehme eine dieser der vielen Steinpfade, deren Stufen sich bedenklich gelockert haben, entferne die geneigten Platten mit roher Gewalt, und die widerspenstigen Ecken mit der sanften Bewegungsenergie eines Meißels ...
Kaputt machen ist einfach, das kann jeder Vollpfosten. Aber konstruktiv-handeln ist eine hohe Kunst für sich. Alsbald müssen die flachen Steine so in Beziehung gesetzt werden, dass sie auf ungefähr gleichem Niveau aneinander dotzen, schließlich sollen sie gerade nicht Steine des Anstoßens und Ausrutschens werden. Dafür aber exquisit ästhetisch. So wird der eine Stein verworfen, der nächste wird zu Eckstein. Am Ende des Nachmittags ergeben sich Steinpuzzle hin zur Küche und hinunter ins Gewölbe.
Morgen geht es dann ans Zementierten & Mörteln der Zwischenräume. Dann müssten die Stein drei Tage in Ruhe eingebettet sein und die Treppen nicht betreten werden. Anstelle der Himmelsleiter, denken die Liebhaberinnen des Puzzlen, an eine Abschussrampe.
Frühmorgens lief Muriel über den obersten Flur und verkündete allen lauthals: "Meine Mutter hat Geburtstag". Am liebsten hätte die Zweijährige gern selbst Geburtstag gehabt. Nicht wegen der Geschenke oder einer Torte. Nein, sie wollte ganz dringend drei Jahre alt werden. Nun hatte Hilke heute Feiertag. "Ob ich Muriel das glauben soll?", fragte jemand halblaut neben mir.
Bei Morgengebet die große Überraschung: Heribert moderiert die Geburtstagsglückwünsche an; macht eine lange Pause und erklärt dann: "Die besten Wünsche für dich Julia!". Verblüffung breitete sich aus. Julia Trimborn wurde genau ein Jahr jung. Und Hilke ist unwesentliche Jährchen älter.
Man stelle sich vor, es regnet. Und in der Eifel regnet es häufiger. Und wenn sich dann in das Enztal die Wolkenhöhe auf Neuerburgniveau herabgesenkt hat - kann ja alles mal passieren - und die Leute sind extra auf die Jugendburg gefahren, um Ritterromantik erleben und das Grillen am Lagerfeuer droht wegen Nässe auszufallen, ...
... das droht dann wohl eine Katastrophe.
Daher wird dieses Jahr ein Grillunterstand mit Fundament versehen und hoch gezimmert. So schaut es heute aus, nachdem die Feuerstelle dem Erdboden platt gemacht wurde, zumindest zeitweilig um Bewegungsfreiheit für das Bauarbeiten zu haben. Der Zeitpunkt für das Angrillen ist Samstag.
Donnerstag (vor o&l): Habe gerade die Wettervorhersagen angeschaut. Umgehend Wolfgang angerufen um mitzuteilen wie toll das Wetter dieses Jahr wird.
Freitag: Habe gerade die Wettervorhersagen angeschaut. Vielleicht sollte ich doch besser ein langärmeliges Hemd mitnehmen.
Samstag 16 Uhr: Ankunft auf der Burg. Es ist noch trocken.
Samstag 17:30 Uhr: Nach einem Abstecher nach Bitburg-Erdorf wieder zurück auf der Burg. Es fängt an zu regnen.
Sonntag 08:30 Uhr: Schaue gerade die Wettervorhersage an. Wie heißt es: Reden ist Silber, Schweigen ist Gold. Ich entscheide mich für den Goldesel.
Sonntag 10 Uhr Gottesdienst: Wieso hatten wir uns eigentlich für das Thema Himmelsleiter entschieden? Arche Noah wäre doch viel passender gewesen.
Sonntag 11 Uhr: Es hat aufgefhört zu regnen. Schön dass sich die Wetterfrösche auch mal irren können. Wir können das Material hochtragen ohne nass zu werden. Jedenfalls nicht von außen.
Sonntag 14 Uhr: Das Wetter strengt sich an die nicht vorhergesagte Regenpause wieder wett zu machen.
Sonntag 14:10 Uhr: Das Wetter hat den Regenpause wett gemacht. Es schüttet aber unverändert weiter.
Sonntag 16 Uhr: Schlage ein neues Projekt vor. Könnte man aus dem vorhanden Holzmaterial nicht eine Arche bauen?
Da haben die Burgvorfahren mühsam Stein auf Stein aufgeschichtet und einen bombastischen Westturm errichtet, bis ora&labora in vierjähriger Arbeit eine fabulöse Aussichtsplattform hoch über der Straße aufgeschlagen hat. Alles äußerst schön, ein phantastischer Ausguck, doch droht die Versuchung, Flaschen und Mühlsteine in den Abgrund zu schleudern und dem Aufschlag zu lauschen ...
Bevor jetzt was schlimmeres passiert, soll eine gut 80 kg schwere Durchlaufsperre der Dummheit einen Riegel vorschieben. Zunächst bedeutet dies, die Steine lieber selber kaputt zu hauen. Im Wettbewerb der pneumatischen Steinzerkleinerer unterliegt Bosch deutlich und Hilti triumphiert souverän. Das letzte Scharnierverankerungsloch wurde mit dem Gong zum Abendessen fertig gemeißelt.
Morgen wird Superspezialzement angerührt, die gut 15 cm langen Anker in der Burgmauer versenkt und das vergitterte Burgtor zur Westbastion eingesetzt. Damit Aufsichtspflicht Genüge getan.
war ein hartes Stück Arbeit... 3 Löcher in eine alte Wand zu schlagen, mit bestem Werkzeug. Dennoch kraftraubend. Nu sind se drin und die Scharniere warten auf ihren ersten Einsatz.
Morgen gehts weiter.
Egal, welcher Wetterdienst konsultiert wird, überall wird hohe Luftfeuchtigkeit vorausgesagt. Aber wir geben die Hoffnung nicht auf und verfügen uns jetzt zum Sonntagsgottesdienst. Heute ist Mariä Himmelfahrt.
Der Festtag wird uns aber nicht hindern, nach dem Gottesdienst etliche Klafter Holz, derzeitig noch vor dem Burgtor liegend, auf die diversen Baustellen zu verteilen.
Der "Wettergott" stellte im Laufe des Mittags aber das Programm um: Statt Auffahrt, ist dann eher NIederschlag angesagt. Schirme helfen nicht wirklich weiter.
In der Burgkapelle auf der Neuerburg: "In meiner Zeit habe ich das noch nie erlebt", staunt "Oberbauleiter" Wolfgang Heidkamp, "dass rechtzeitig alle zu Ora@Labora auf der Neuerburg eingetroffen sind".
Der Bauingenieur aus Mettmann leitet schon seit zehn Jahren das Ora&Labora-Projekt. In seinem früheren Leben verantwortete er beispielsweise den Bau des Düsseldorfer Fernsehturmes. Jetzt realisiert er Kirchenbauten in Südafrika und kümmert sich um die ND-Burg in der Eifel. Zusammen mit 23 anderen Freiwilligen, die handwerklich und baustellen-technisch höchst unterschiedlich talentiert sind...
Bei dem ersten Blick durch den Speisesaal fallen drei junge Familien auf, dann ist das Feld der Dreißig/Vierzig-jährigen gut besezt und schließlich die Fraktion der alten "cräcks" mindestens im Ingenieur-Status. Merke: "dem Ingeniör ist nichts zu schwör ist". Eine gute Mischung von alt und jung. "Die Perfektion kommt in der Woche", ist sich Polier Wolfgang bei der abendlichen Arbeitsverteilung der acht Projekte sicher.
Ähnlich ist auch das theologische Konzept von P. Heribert Graab: Als Ausgangspunkt für "Himmelleiter"-Geschichte aus dem Ersten Testament wählt der Jesuit, der seit 1951 zur Neuerburg fährt, den Eiskeller unter dem Burggewölbe, lässt das Licht ausknipsen und die Ora@Laboranten aus dem Dunkel die Stufen ins Licht nehmen.
Auch dieses Jahr gibt es wieder einige interessante Projekte:
- Grillplatz - Überdachung.
- Regenwasserableitung von 4. Ebene.
- Absturzsicherung (Geländer) der 1. Ebene erneuern.
- Geländer und Fußboden der Sonnenterrasse + 3. Ebene überarbeiten.
- Metallgeländer lackieren.
- Natursteintreppe (Zugang zum Kasetlanhaus) repariern.
- Diverse kleinere Reparaturen oder Arbeiten.
... und der Blog wird berichten.
Alle Projekte werden nach dem fulminanten Gottesdienst besichtigt, begutachtet und für vollbracht erklärt. Die Sonne ist raus gekommen und strahlt. Mit dem Anzug des Bauleiters um die Wette. Unklar wer gewinnt.
Auf der Sonnenterasse wird Heribert Graab per Akklamation gebeten, auch die nächste Ora-Schicht anzuführen. Macht er gern, verspricht der Jesuit.
Die Burgtagsverantwortlichen Nina und Tom erwägen derweil einen Ideentransfer. Die brennenden Baumstämme hätten und wären doch was. Zum nächsten Jubiläum auf der Burg - dreißigster Burgtag - denken die beiden an weniger Qualm und mehr Feuer.
Noch mehr Feuer?
Das Frühstück ist wieder vom feinsten. Besonders das Müsli ist heißbegehrt und der Kaffeedurst nach der Nacht gewaltig.
Rechtzeitig haben Elisabeth und Reinhard ihre Schäfchen ins Trockene gebracht. Denn erst im Morgengrauen ging ein Wolkenbruch über die Burg nieder.
Konsens herrscht über den Frühstücktischen. Während das Mundwerk kaut und spricht, meistens abwechselnd, reproduzieren beide Gehirnhälften Bilder über Bilder (Foto). Es war ein rauschendes Fest,das jetzt nochmals in die Verlängerung geht.
In der Kapelle beginnt um halb elf der Gottesdienst. In den vergangenen Tagen hat Heribert seine Predigt in mühsamer Herkules-Arbeit von 6000 Zeichen auf 5.ooo Zeichen gekürzt. Mehr ist nicht drin. Leerzeichen sind wahrscheinlich nicht eingerechnet und Geistesblitze müssen einkalkuliert werden. Zur Predigt.
Wobei es immer eine Herausforderung für den Prediger sein sollte, -
nicht länger als 5 Minuten........
Herausforderung - ja! Prinzipienreiterei - nein! Die Predigt zum Nachlesen unter www.heribert-graab.de.
Im Burghof glimmt noch leise ein Baumstamm vor sich hin, Die Burgeltern sind verdientermaßen ins Bett. Die Nachtschicht hat übernommen. Es gilt das Prinzip des offenen Bierhahns. Gleichwohl bleibt es beim Frühstück um neun.
Die Kirchenturmuhr hat längst das Schlagen eingestellt. Drei volle Glockenanschläge alt ist der Tag. Hier bloggen keine Musikkritiker. Daher kann kein qualifiziertes Urteil über die Tonalität abgegeben werden. Das Gewölbe hallt immer noch von Gesängen wieder. Die Begeisterung steigt, je härter der letzte Kern wird. Unglaublicherweise findet sich jeder Liedvorschlag irgendwie im Da Capo.
Der Versuch der Burgherrschaft mittels zweier Abschiedslieder "Nehmt Abschied Brüder ungewiss" und "Gute Nacht Freunde" diese Nachtsession zu beenden, muss als gescheitert angesehen werden. Schließlich singt Reinhard (Mey) noch von einem letzten Glas Bier im Steh'n und der Zigarette im Geh'n. Aber wer definiert schon die Ultima Ratio?
Sicherheitshalber hat Elisabeth die Frühstückszeit bekannt gemacht worden: Neun Uhr mitteleuropäische Sommerzeit. Die Alt-Zivis bauen bereits die Musikanlage ab. Erste Aufräumkommandos werden - unangenehm - laut.
Die Feuer sind fast heruntergebrannt. Die Wanderparty konzentriert sich auf das Gewölbe. Rund um das Büffet hockend wird zu drei Gitarren modernes Liedgut aus dem DaCapo stimmgewaltig gesungen. Gerade "Raumschiff völlig schwerelos". An der Leadgitarre ein entfesselter Reinhard, an den Drums Gerdi.
Fünf Meter entfernt hat ein Baumstamm die Bühne angekokelt. Der Mond denkt sich seinen Teil und schimmert silbrig auf das Hochzeitsjubiläum hinab.
Ein sehr gelungener Abend, an dem die Stimmung völlig losgelöst von der Erde - logisch: eben echt himmlisch - das Raumschiff NEUERBURG schwebt. Stimme aus dem Gewölbe: "Das war schön!"
Während Rauchschwaden den Burghof durchziehen, wiederholt der ND-Bundesmeister jenes Dreifache, das Elisabeth und Reinhard Dichter-Hallwachs als Burgpächter qualifiziert:
- Erstens weil sie aus dieser Burg eine Oase des Glücks und der Schönheit gemacht haben.
- Zweitens weil sie mit Idealismus die immer neuen Horden von Besuchern zu deren Zufriedenheit beheimaten.
- Drittens weil sie trotz des etwas "chaotischen" Träger ND über 25 Jahre durchgehalten haben und seine Ursprungsidee der Jugendbewegung und des einfachen Lebensstils dem Bund erhalten haben.
Als Geschenk lädt er die beiden zu einem Konzert des holländischen Liedermachers Herman van Veen und als privates Präsent überreicht er ein Bild vom Kölner Dom als Arche.
Karl-Heinz freut sich an der neuartigen Art des "Eventlagerfeuers". Baumstämme, in deren Ritzen Brennspiritus oder Lampenöl gekippt und entzündet wurde. Die Funken stieben alsbald, und sie spucken die mächtige Qualmwolken aus. Vor dieser Kulisse, inzwischen ist die Nacht hereingebrochen, erzählt Mona Geschichten vom Burgkuschelkrokodil, tanzt man Tango, bevor ein Dudelsack beginnt, dudelnd zu pfeifen und schließlich Elisabeth Dichter-Hallwachs von einer Kirmes und ihrer Liebe auf den ersten Blick erzählt.
Das Büffet ist eröffnet. Lange Schlangen, da verkürzen wir die Zeit mit dem Bericht der letzten anderthalb Stunden: Die Festakademie zu Ehren "25 Jahre Dichter-Hallwachs als Ehe, auf der Burg".
In einer bewegenden Rede erinnert die Burgmutter an ihre familiäre Wurzeln, die sie hartes Arbeiten und Herzblut bei aller Querköpfigkeit gelehrt haben, an die Ehe durch dick und dünn, an ihre vier Kinder Lea, Nora, Kira und Jonas und an turbulenten Erlebnisse und spannendste Gäste auf der Burg. Die Rede unterbrechen verschiedene musikalische Darbietungen und allgemeines Mitsingen.
Die Haltung der Burgeltern hat, das wurde im Verlauf der neunzig Minuten auch deutlich, auf die Küche und die Zivis abgefärbt. Öfters fiel die Aussage "Es war Liebe auf den ersten Blick". Gleichwohl ein strapazenreiches Dasein mit der Burgchefin, wenn es beispielsweise um die richtige Art des Putzens geht.
Acht Kandidaten hatten sich für die ND-Burg beworben. Der unvergessene ND-Geschäftsführer Hans Striefler begründete die Auswahl von Elisabeth und Reinhard Dichter-Hallwachs mit einem legendären Satz: "Es war Liebe auf den ersten Blick".
Der Idealismus von Elisabeth und Reinhard rockt die Neuerburg. Der Bundesmeister würdigte dies auch. Dazu später. Die Schlange ist jetzt kurz.
Der Fünf-Uhr-Tee fällt aus. Immer mehr Menschen strömen hoch in den Burghof. Jeder Kuchen, der mitgebracht wird, ist augenschmausslicher als der vorige. Nora und Lea offerieren Sekt.
Das Wetter hält, was es verspricht lichtgraue Wolken, leichter Windhauch talabwärts, partiell Sonnenstrahlen.
Exakt einen Monat nach dem Burgtag hat es Nina und Tom Dengler wieder auf die Neuerburg verschlagen. Birgit und Stephan Jakobiedess von der Gründungsgeneration von 'ora & labora' erkundigen sich nach dem Stand der letzten Dinge.
Ironische Pointe: Das erste Lieblingsprojekt einer Grillhütte - sprich Überdachung der Lagerfeuerstelle mit Loch zum Rauchabzug - soll auf der nächsten Ora-Woche realisiert werden.
Die ersten Gäste treffen ein. Elisabeth steht rot gewandet am Burgtor und begrüßt die Ankommenden.
Das Bierfass ist angestochen. Zuvor wird aber Schlag vier die Kaffeetafel eröffnet. Der weitere Festverlauf ist aber immer noch ein Geheimnis.
Wir werden uns um ein Fotografiergerät kümmern, um auch Bilder liefern zu können. De Bloggar bitten in diesem Punkt um Geduld.
(In Tom Dengler finden wir schließlich den Festfotografen. Die vorigen Fotos stammen aus dem Maschinchen von Thomas Breitbach.)
"Da stehen zwei Tische in Schlafraum drei und keiner in zwei. Das geht nicht", reklamiert Elisabeth Dichter-Hallwachs. "Da ist völlig unmöglich. Wir haben versucht, einen Tisch von drei in die zwei zu transportieren", hält Hermann-Josef dagegen, "ging nicht".
Nach einer leicht verschärften Vernehmung stellt sich dann aber heraus, dass seine Frau Brigitte mit Eva-Maria Briechle sehr wohl den Tisch verschoben haben. Das Foto entstand unmittelbar nach ihrer Umräumaktion.
Geht nicht, gibt es nicht, wenn frau die Tür aushängt. Den Tisch rückten die Frauen wieder an die angestammte Heimat.
Ende vom Lied: Wer darf die Tür wieder einhängen? Genau die Männer, allen voran der ungläubige Hermann-Josef.
Halb zwölf in Deutschland, nahe Luxembourg, in einer kleinen Stadt mit einer Jugendburg auf dem Berg:
Gerdi ist den Bewegungsmelder an der Treppe zum Grillplatz am Streichen. Wir hoffen, dass er die transparente Signalsensorenabdeckung vorher abgeklebt hat, was ihm niemand gesagt hat. Alles andere ist zur vollsten Zufriedenheit der Bauleitung vollbracht.
Jetzt gibt es nicht zu tun, der Müßiggang droht. Ganz schrecklich: Krampfadergefahr durch unbeweglich langes Rumstehen!
Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Fester Bestandteil der Ora-Arbeiten ist die Überprüfung der Rauchmelder (Foto).
Irgendjemand muss In der Kapelle den Rauchmelder absichtlich sabotiert haben. Vielleicht gab es Gründe dafür. Gestern hatte Michael Schler auf der oberste Gerüstsprosse quasi Hals über Kopf jonglierend den Rauchmelder in der Kapelle reanimiert, als ein passionierter Zigarettenraucher beim frühmorgendlichen Wortgottesdienst lustvoll mit dem Weihrauch zu experimentieren beginnt, die Kohlen an dem Altarkerzen anzukokeln, dass die Funken fliegen, sie ins Fass zu legen, dort das Funkenfeuerwerk auszupusten und Weihrauchkörner zu häufeln, dass ein Wohlgeruch die Kapelle durchzieht.
Und was sagt der Rauchmelder? Er schweigt.
Nächste Eskalationsstufe: Wir sollen zu den Danksagungen jeweils das Weihrauchritual auf den glimmenden Kohlen vor dem Altar platzieren. Der Rauchmelder gibt wieder keinen Mux von sich.
Immer wenn man sich Ruhe gönnen will, pfeifen die an den Decken hängenden Hightech-Dinger wie wild - bis in die Alpträume hinein - und jetzt absolutes Silentium.
Zum Schlusssegen legt Heribert anständig nach und schwenkt das Fass. Der Effekt lässt nicht auf sich warten. Der aromatische Geruch verwandelt sich in Nebel.
Der Rauchmelder schluckt. Und schweigt. Da hat die liturgische Schlussbotschaft , in der Woche ging es um "Burg & Stadt von Babel bis Jerusalem" mit dem Thema "Das Reich Gottes" lässig über die Technik triumphiert. Auf der Burg legt sich für den Moment himmlische Ruhe.
wir sind aus dem Urlaub zurückgekommen und hoffen, daß Ihr die Neuerburg umgekrempelt habt, während wir uns erholen konnten.
Hoffentlich haben in diesem Jahr viele NDer den Weg zu Ora gefunden.
Allen Teilnehmern wünschen wir ganz herzlich einen erfolgreichen Endspurt und einen vergnüglichen Abschieds-Abend im Gewölbe.
Viele Grüße an die "alten" und neuen Mitarbeiter.
Ganz besonders herzliche Grüße an Elisabeth und Reinhard
Schon übel wenn man einfach so die Fassung verliert. Überraschend und völlig ungeplant. Peter konnte es erst gar nicht fassen, aber die Fassung war wirklich am Ende. Es ist auch gar nicht so einfach in Neuerburg eine Fassung wieder zu erlangen. Aber im Baumarkt "extra" habe ich es dann doch geschafft. Wir haben wieder eine Fassung. Und nun auch einen Bewegungsmelder welcher die Bewegungen an der Treppe zum Grillplatz erfasst. Und Dank der neuen Fassung in der Außenleuchte kann der so Erfasste gefasst seinen Weg fortsetzen. Ein Glück dass wir uns hiermit befasst haben. Aber nun ein Ende mit dem Gefasel.
Die Nachtschicht - eine verlässliche Größe - senkt kontinuierlich die Flüssigkeitsspiegel in der Burg und macht sich einen Kopf.
Zur Fünfundzwanzig-Fest-Feier von Elisabeth und Reinhard wird eine Invasion erwartet. Das Programm ist ein streng im Küchenkabinett gehütetes Geheimnis.
Die Burg ist jedenfalls gebohnert und gerecht vom Tor bis zur Westbastion. Und in den Kassematten sind bereits 190 Liter Bit gebunkert.
Wir sind auf viele Einfälle vorbeitet.
Marlene Wanken - eine charmante, lebhafte Eschfelderin - begrüßte uns auf den Treppenstufen von St. Luzia. Der gewöhnliche Sterbliche betritt die Kirche und ist von der Vielzahl der Bilder erschlagen, die der mit unterschiedlichsten Charaktereigenschaften gesegnete Malerpfarrer Christoph Merz höchstselbst gemalt. Aber sie wurden uns en detail erklärt.
Als Vorbilder diente die gesamte Dorfbevölkerung, die sich plötzlich als Apostel, Propheten, Engel oder andere Heilige oder in der Sintflut wieder fanden, an einer Stelle mit einer Kaffeetasse noch in der Hand.
Die unkonventionelle und extravagante Interpretation der biblischen Geschichten auf eifelerisch-katholisch brachte den Bischof auf die Palme. Deshalb portraitierte Merz sich selbst hinter der Altarvierung in der Reihe der Kirchengrößen, inklusive Päpsten und Kirchenvätern. Allerdings fehlten komplett Frauen.
Das Selbstbewusstsein des Pfarrers war schon recht ausgeprägt, wie eine Anekdote aus dem vorvorigem Jahrhundert überliefert: An schönen Tagen vertiefte sich Pfarrer Merz so sehr in die Malerei, dass er gelegentlich Frühmessen vergaß. Damals musste man noch nüchtern zur Kirche kommen. Die Dörfler, nicht unclever, kamen dann zum nächsten Sonntagsgottesdienst mit ND-Verspätung und wurden direkt zusammengeschissen.
Auch pflegte Merz abends durch das Dorf zu schlendern und zu kontrollieren, ob in den Familien und Häuser mehrstimmiger Chorgesang geübt wurde. So war das damals in der Eifel. Merz stürzte übrigens von einem niedrigen Gerüst und verstarb, nicht ohne um einen Pinsel als Grabbeigabe zu bitten, um Lukas beim Illustrieren des Evangeliums zur Hand zu gehen.
In den sechziger Jahren sollte die Kirche geweißt werden. Der sturköpfige Nachfolgerpastor verhindert dies. Sie selbst, erzählte Marlene Wanken, würden die Bildergeschichten nicht mehr von der Sonntagspredigt ablenken.
Man sollte halt nicht zu früh in die Koje gehen. Schlecht geschlafen und dazu noch einen Käse zusammengeträumt. Wahrscheinlich lag es wohl daran, dass Reinhard irgendwann tagsüber erwähnt hatte, dass die Rauchmelder doch seit dem letzten Jahr drei Mal Fehlalarm gegeben hätten. Prompt träume ich davon, dass es in einer Nacht allein 4 Fehlalarme gibt. Und ich würde wie ein Verrückter durch die Burg rennen und den einen Rauchmelder suchen, der den Alarm ausgelöst hat. Der soll nämlich angeblich blinken. Pustekuchen. Erst blinkt keiner und dann alle. Na ja - in Träumen passieren halt die komischsten Dinge. Auch wenn diese völlig unlogisch sind. Aber zum Glück war dies ja nur ein Traum. Wenn auch ein Alptraum.
Durch die 38 Quadratzentimeter große Luke schlängelt man sich auf den Dachboden und kraxelt dann über die Balken oder unter ihnen her. Das Terrain kenne ich vom Vermessen der Sparren.
Höllisch gefährlich sind die quer laufenden Sprengwerke. Bei allen Vermessungsarbeiten habe ich mir nicht den Schädel gedängelt, aber gleich beim ersten Verräumen der Glaswollenrollen donnere ich an den Balken.
Mit Schädelpulsieren krieche ich gebückt über Holzbretter, schließlich robbe ich über die Bohlen ins Stockdustere. Der Zwischenräume gelten als nicht tragfähig. Der Bauleiter - der zweitkleinste auf der Baustelle - hat seine Stablampe dabei und bringt Licht in die Angelegenheit.
Wir mussten die Glaswollepacken zu Rollen zersägen, um sie überhaupt durch die Luke und in den letzten Winkel zu transportieren. Glücklicherweise lässt sich Glaswolle mit der Hand durchreißen. Es staubt entsetzlich, man röchelt sich die Partikel aus der Lunge und Nase.
Vier Bahnen liegen jetzt nebeneinander, sparen das Eulennest & den Vogelhorst aus, quetschen sich unter dem Tank und machen Platz für eine Geheimluke und speichern - Zweck der Übung - die Wärme aus den Schlafräumen zur Stadtseite.
Nächster Tag - neue Chance: Trotz drohender Wolkenformationen hinter der Burg liegt der Weg zum Sportplatz und nach Neuerburg im Sonnenschein. Die Leitungen werden isoliert und verlegt.
Verlegen meint: Erde in & auf die die Kabelkanäle häufeln, so dass sie für das Auge des Beobachters unsichtbar werden. Also Peter, es ist keine Verlegenheitslösung
Überhaupt charakterisiert diesen Freitag, dass alle diesjährigen Projekte begraben oder übertüncht werden, dass die Veränderungen nicht auffallen. Selbst die Bretter, die die Welt bedeuten und um die es echt viel Ärger gegeben hat, geben sich wieder als Bühne. Als hätte es 'Ora & Labora' nicht stattgefunden.
Hallo Ihr Oratorianer und Laboranten,
schöne Grüße vom Elberadweg. Wir starten in Bad Schandau und just dort kam mir die Idee für ein Burg-Projekt: Der Personenaufzug wurde 1904 als erleichterter Zugang zum Ortsteil Ostrau erbaut. Das wäre doch auch was für die Burg, oder? (Im Vordergrund übrigens die Kath. Pfarrkirche in der ehem. "Russischen Villa".)
Kurz vorher kamen wir übrigens an einem schönen Fachwerkhaus mit der Aufschrift "ora et labora" vorbei, leider hab ich's nicht für Euch fotografiert.
Morgen geht's nach Elbflorenz. Euch noch frohes Schaffen.
Barbara und Stefan
Die Malerei-Abteilung wirkt und steht im ersten Schlafraum auf allen Ebenen. Auf der Basis des Burgboden fest stehend, der sorgsam mit Folie abgedeckt ist, frei stehend auf vierbeinigen Leitern, freischwebend auf dem fahrenden Gerüst. (Foto) Selbst auf den Balken klettert Hermann-Josef herum, um die Farbe aller Farben bis in den letzten Winkel souverän an die Wand zu klatschen. Beifall, auch wenn bisweilen ein Klecks sich woanders hin verirrt.
Mit einer Rede am Frühstückstisch verabschiedet sich Klaus Kobold von 'ora & labora'. Damit verliert die Kobold-Gang den Chef, aber die Arbeit ist erfolgreich eingedämmt. Jetzt werden die beiden Schlafräume gemalert.
Die Woche sei für ihn wieder eine "riesige Lernerfahrung" gewesen, die Arbeitsleistungen "einfach genial". Die Beschleunigung gerade der Dämmarbeiten sei phänomenal, resümiert der Volkswirtschaftprofessor. Er verspricht 2010 bei Ora wieder mitzumachen.
Gestern morgen als sein Kopf erneut mit einem Bettrahmen kollidierte, klang das schmerzlicher: "Die Dummen machen Fehler, die Klugen lernen daraus und die Pfiffigen lassen die Fehler andere machen".
Für Zwischendurch, dem anderen Leben, meldet er sich beim Abschied noch für das "Nachhaltige Wirtschaften" - die Tagung der Wirtschaftlergilde im Oktober an.
Dämmen geht am besten - logisch - in der Dämmerung. Die gewerkschaftsorientierten Feuermelder sabotieren die Arbeit der freiwilligen Nachtschicht im Schlafraum zwei.
Mit Bierflaschen bewaffnet und mit Kapselgehörschützern ausgerüstet wird treppauf und treppab derjenige knallrot blinkende Brandstifter gesucht, der der Brandmeldung ausgelöst hat und ausgelöscht werden muss.
Trotz zweimaliger Burgdurchsuchung lässt sich dieser Brandmelder nicht ausfindig machen. Stattdessen kann das Projekt Wärmeisolierung erfolgreich beendet werden. Exakt zum akademischen Viertel nach 22.oo Uhr
Derweil ein Stockwerk höher: Peter Riedel, der nach dem Nachmittag mit wehem Nacken nach dem Abendgebet mit der nötigen Bettschwere sich dem Schlaf der Gerechten anheimgegeben hatte, wird brutal aus dem Bett gepfiffen & geschmissen.
Wir wurden von einem Hessen empfangen, der ein Kölnerin geheiratet hatte, deren LIeblingswein ein trockener Kirsch ist. Beide siedelten gezielt AM WÄSSERCHEN an, um eine Fruchtwein-Kelterei und seit neustem eine Fruchtsafterei zu gründen.
Die näheren Umstände verschwimmen, weil es direkt am Anfang einen Rhabarbar-Sekt oder einen Apfelkirsch-Obstler gab. Dann wurden wir am Maschinenpark vorbeigeführt, die die beiden selbst zusammen gebastelt haben.
Nota bene: Im Altkreis Prüm durfte nicht gebrannt werden, wohl weil die Qualität zu übel gewesen sein soll. Allerdings besitzen die Bitburger Bauern Brennrechte. Blöd nur, dass der Landkreis Bitburg-Prüm heißt.
Seine Ehefrau torpedierte die technischen Erklärungen, mit der Frage aller Fragen: Wollt Ihr was trinken? Serviert wurden: Schwarzer Johannisbeerwein (trocken), Sauerkirsch (mild) und als Dessert einen vollmundigen Erdbeerwein.
Für die, die mit speziellen Interesse nachgefragt haben, gab es noch den als "gefährlich" eingestufte Brombeerwein und einen Obstler Apfel-Birne. Essen ist als nebensächlich, aber schick dekoriert in Erinnerung.
Das Loch am Sportplatz ist gebohrt, Schlafsaal zwei fehlt zur Ostseite nur noch eine 113 mal 134 Quadratzentimeter kleine Dämmplatte. Der Anstrich hat begonnen. Das vorzügliche Mittagessen mit Fleischpfanzerln ist aufgegessen.
Jetzt ruht die Baustelle auf der Neuerburg. Wir machen in Kultur. Ist traditionell am Donnerstagnachmittag.
Die Bauleitung mutiert zur Reiseleitung. Unter anderem ist ein Fußweg von einer Viertelstunde Länge zu einer Kirche und einer Wasserquelle mit Obstgeschmack angekündigt. Aber die Wanderung zurück soll gleich eine Dreiviertelstunde dauern. Seltsam, vielleicht gehen wir im Zickzack oder in Schlangenlinien.
Wilfried Wunden, gerüchteweise schon gestern erwartet, kam und arbeitete heute beim Sportplatz und beim Dämmen.
Gertraude Kerntke-Nagel, erreichte die Burg nach dem Mittagessen, verdingte sich später in der Putzkolone und betätigte die Staubsaugerhöllenmaschine.
Emil Wagner visitierte die Neuerburg zum Baukolloquium und zur Messe. Ihm gefielen die freien Texte. Fuhr alsbald wieder zurück zur Bitburger Heimat.
Unglaubliche drei Stunden zu früh, vor Mitternacht, erreichte der Passat auf drei Pötten die Burganhöhe und spuckte Peter Riedel aus. Der ergötzte sich am zurück gestellten Couscous. Er will heute Nacht nicht in der Liebeslaube & auf der Sonnenterrasse übernachten.
Es gab ja einige Stimmen, die meinten die ora&labora Woche wäre dieses Jahr mit Anfang Juli viel zu früh.
Nun habe wir gerade festgestellt, dass ora&labora dieses Jahr einen vollen Monat zu spät stattfindet. Jedenfalls wäre das Bier vor einem Monat noch nicht abgelaufen gewesen.
A: Willst Du ein Bit oder ein Kölsch?
B: Ach - wenn es hier schon kein Bier gibt, dann bleibe ich doch lieber beim Wein.
Leider Gottes ist beobachtet worden, dass verschiedene Gottesdienstbesucher während der Abendmesse sanft entschlummerten.
Kein Wunder, denn Heribert hatte als Lesung den Text mit Jakob und der Himmelsleiter ausgesucht. Schlafen ist ein ähnliches Phänomen zwischen Erde und Himmel. Außerdem kann jeder Mensch konzentrierter den Worten & Gedanken folgen, wenn er die Augen geschlossen hat.
Wenn diese Verbindung göttlich ist, wirft sie aber zwei Fragen auf:
- erstens: Wenn man den ganzen Tag auf wackeligen Gerüsten rumgeturnt (oder getaumelt) ist, klingt das Besteigen einer Himmelsleiter ein - freundlich formuliert - extrem windiges Projekt, weniger verheißungsvoll als Heribert das geschildert hat
- zweitens: Wenn Engel permanent hinaufschweben und herabsteigen - glaubt man der biblischen Botschaft -, welche Regeln gelten für den Gegenverkehr auf der Leiter. Und sind alle Ausweichmanöver gut ausgegangen?
Eine historisch-(in)korrekte Betrachtung.
Stellen wir uns erst einmal die Frage, wie es zu einem solchen Kulturfrevel kommen konnte. Die tief im Katholizismus verwurzelte klassisch Neudeutsche Antwort ist: "Wat hängt denn dat bl*de Bild auch gerade da".
Wie auch in früheren Jahrhunderten erfolgt die Wahl der Hilfsmittel für diesen Vandalismus recht spontan. Besonders Aluleitern erfreuen sich eines großen Zuspruches.
Nun stellt sich noch die Frage, ob sich dieser Bildersturm gegen eine bestimmte Art von Bildern richtet. Hier ist leider auch für den gewieften Experten kein Schema erkennbar. Hauptsache es macht rumms und schepper und das Deckglas ist hinüber.
Liebes ora-et-labora Team,
wie nett in Euerm Blog zu stöbern.
Trotz Eifeler Sommer scheint die Stimmung nett und einige vertraute Gesichter konnten wir auch auf den Fotos entdecken. Zwar sind wir - mal wieder - nicht dabei, aber die Verbundenheit bleibt. Dieses Mal schaffen wir es aber immerhin, mal gucken zu kommen und sind sehr gespannt, wie sich die Burg gewandelt hat.
Bis Samstag
Gesägt und gedübelt wie die Teufel. Spachtelmasse gemixt und verputzt wie die Weltmeister. Wir wähnen uns im Fertigkeitsstatus, als Hermann-Josef fragt, ob unter den Balken nicht die Dämmungsplatten fehlen.
Aus der Rausch. Kaputt der ambitionierte Zeitplan mit dem Raumwechsel von Schlafraum eins in den Zweier noch vor der Dämmerung. Es ist blöd, aber Hermann-Josef hat unbestreitbar recht.
Das Schicksal meint es im Moment nicht gut mit uns. Berti, der Shaker der Spachtelmasse - breiig wie Kartoffelpü, geschmeidig im Abgang von der Kelle - wird beim Besorgen des Wassers vom Unwetter durchnässt. Was ihn im Folgenden nicht abhält, schneller zu sägen als sein Schatten.
Mit der Schlagbohrhilti, Kreuzhacke und einem Kindergarten anmutenden Schäufelchen wühlt sich die Kolonne Briechle den Weg vom Burgtor/verlies zum Sportplatz hinunter. Wo ein Flutlicht Lux strömen lassen soll, brauchen auch die elektrischen Teilchen eine Trasse.
So buddeln die Drei, verstärkt um Gerdi und den vorbeischauenden Wilfried Wunden sen. Meter um Meter in Richtung Dorf, während der Himmel sich verfinstert. Arg verdüstert.
Da hat Dieter Briechle die rettende Idee: "Ich fahr mal schnell noch Material besorgen in den Baumarkt". Als er im Auto sitzt, beginnt es aus Kübeln zu schütten. Erde wird zu schmatzender Matsche, was sich in der Tat aus dem Trockenen besser verfolgen lässt.
Aber die restliche Kolonne konnten die Wasserfluten nicht stoppen. Schließlich konnten die Regentropfen auch schneller durch die Rinne verrinnen. Das Unwetter hatte auch kurz darauf ein Einsehen, und besann sich und ließ wieder die Sonne über Gerechte und Ungerechte sowie die Briechle KG strahlen.
Was ist das? Kindergeschrei während des Morgenlobs. Nach und nach treffen Schüler der Grundschule aus Mettenhausen ein. Waren wir früher auch so laut? Ach, die sind doch ganz lieb, meint Elisabeth Dichter-Hallwachs.
Die dürften auch nicht ganz so lieb sein, entgegnet Herbert Burger. Zum ersten Mal fuhr er nach dem Krieg zu Währungsreformzeiten auf die Burg, die damals unter dem Regiment von Tante Anna stand. Den damals Neunzehnjährigen faszinierte die Burganlage und die Gemeinschaft.
Mit seinem Enkel Jan-Niklas, der bereits zu Burgtagen mitgekommen ist, nächtigt er im Zivi-Zimmer. Jan-Niklas (15) findet den Burgtag am coolsten und muss jetzt sein Bett machen, bevor er quasi in den Lüften stehend sich des Akku-Schraubers bemächtigte.
Langsam senkt sich die Nacht über die Neuerburg. Der Mond schaut neugierig in die Fenster hinein. Ruhe ist im Speiseraum eingekehrt, wo man sich am Feierabend über Steuern und Politik die Köpfe heißgeredet hat. Oder um Kopf und Kragen? Egal, jetzt herrscht der Friede der Nacht. Nur im Balkenzimmer brennt noch Licht. Die Gespräche plätschern wie die Getränke dahin.
Dann kann ich beruhigt, denkt sich der Mond, kurz in der Milchstraße vorbei sehen und bemerkt nicht mehr, wie sich das Burgtor zur Raucherpause öffnet.
Völlig gesichert, im Auftrag des Herrn (links) - der Bauaufsicht - hat Gerdi das zu Beginn von Ora & labora aufgerichtete Kreuz entmoost, dann den rechten Schliff wiedergegeben und den abhanden gekommenen Lack zweifach erneuert.
Doppelt gepinselt aus dem Blecheimer hält besser.
Da strahlt der Herr. Und siehe es war gut!
Ich grüß euch aus Köln und wünsche weiterhin frohes Schaffen.
Fünf nach zwölf Uhr mittags werden im Schlafraum eins Tische gerückt, Betten aufeinander getürmt und Gerüste verschoben. Alles, um für das Anbringen von
Fermacellplatten zur Wärmedämmung den nötigen Freiraum für die zweite Schicht zu schaffen. „Einfach genial“, findet der Kolonnenchef, wenn wir Platz zum Wirbeln haben".
Für die erste Dachschräge brauchten wir von Samstagnachmittag bis heute morgen. Präzises Zurechtsägen der Platten, Suchen und Finden der Sparren, wo Dübel einen zusätzlichen Halt zur Klebepaste bieten, Überkleben mit einem Fixierband,
Spachteln. Heute Nachmittag werkeln wir fixer. Vor dem Abendbrot fehlen nur noch zwei Quadratmeterplatten zu unserem Glück an der Zweitwand.
Der weitere Plan: Morgen bis mittags fertig spachteln und ab zum Schlafsaal zwei.
Burgkapelle, Schlag acht frühstmorgens. "Nachdem wir drei Tage mit Bildmeditationen zum Thema zwischen Babel und Jerusalem beschäftigt haben", verkündet Heribert Graab SJ, lesen wir heute ein ganzes Buch aus der Bibel". So verfolgten wir die abenteuerliche Auseinandersetzung Jonas mit Gott, inklusive der drei Tage im Fischbauch, angedrohter und verworfener Zerstörung Ninives.
Eine Offenbarung hat uns der Burgkaplan uns auch noch angekündigt. Beim Morgenlob und Abendgebet geht's ziemlich dynamisch zu. Und zum weltbesten Müsli kommen wir ziemlich pünktlich.
Der Mond scheint hell
die Wolken ziehen schnell
und in der Kühle spielen
Joe und Gerdi ne Runde Mühle.
Es klappern die Mühlsteine
auf der Westbastion.
Wie mag das nur enden,
es dämmert bald schon.
Die Windräder zischen leise im Wind
ob man den Weg ins Bett noch find?
Mit letzter Kraft auf in den dritten Stock,
ein klein bisschen Schlaf bis zum Morgenlob noch.
- Wer muss das nächste Bier holen?
- Wie kurz muss eine Nacht sein, damit man am nächsten Tag noch arbeiten kann?
- Bisher sind wir noch zu zivilen Zeiten ins Bett gegangen... aber das kann man ändern - und das mit Bitburger Bier! Warum ist der Breitbach doof, wenn er Bit trinkt?
- Liest das hier eigentlich jemand?
- Funktioniert das Wlan im Tischtennisgewölbe? Ja.
Zur Situation: Kurz vorher hat über der Neuerburg der Himmel die Schleusen geöffnet und alle Burghofbewohner flüchteten ins Tischtennisgewölbe und hockten sich auf Holzblöcke. In die Runde gefragt, was die drängensten Fragen sind gab es die obrigen Fragen.
1. tobi muss das nächste bier holen und 4., ja, ich habe vorhin eure netten beiträge gelesen, vielen dank dafür und bitte weitermachen.
in gedanken bin ich bei euch auf der burg, praktisch sind wir in diesem jahr aber leider wieder zwischen patenkindertaufe und arbeit eingeklemmt.
wir wünschen euch viel spaß, antworten auf die drängenden frage und natürlich immer eine hand breit kies unter dem wassertank;-))
liebe grüße an euch alle- und an die burgeltern!!!
hilke
Gerade ist Mittagspause bei den Bauarbeiten. Unterm Turm im vierten Stock, dreimal auf der Wendeltreppe um sich selbst & hoch gedreht, geniessen wir den besten Ausblick.
Und einen Ausguck weltweit. Dank Michael Schler, der auf der Burg das offene Netz administriert & W-Lan routet, wenn nicht der Nichtraucher wie heute früh die Rauchmelder getestet hat.
Außerdem gibt es mittags ein Tässchen fair gehandelten Hochlandkaffees, gegen die arbeitsscheuen Dämonen des Mittagsschlafes.
Hefti
ger Disput über die beste Art mit Behörden zu verhandeln, wenn es um die Trockenlegung des Gewölbes und des Disco-Kellers geht..
Die beiden Hauptdiskutanten: Dieter Briechle - dreißig Jahre im öffentlichen Dienst und Heribert Graab, mindestens ebenso lange im Auftrag des Herrn unterwegs.
Die Debatte wird morgen fortgesetzt ...
Wir haben auf der Burg eine neue Schädlingsart entdeckt. Genaugenommen im Schlafraum eins. Den sogenannten Heraklittplattenpicker. Leicht an dem charakterischen Schadensbild zu erkennen. Er sucht durch eifriges Löcherbohren nach Balken hinter Heraklittplatten.
Uns ist unser Chefblogger abhanden gekommen. Naja - ich habe ihn ja selbst zum Bahnhof gefahren. Wenn es auch fast der Hochzeitsgesellschaft #2 gelungen wäre, dies zu vereiteln.
Außer den 2 Hochzeiten gab es dann abends noch eine Invasion auf der Burg. Eine Schulklasse feierte den Abschied von einer Lehrerin. Dabei lernten wir auch den neuen Landrat vom Kreis Bitburg-Prüm kennen. Und er uns. Der Abend wurde dann auch etwas länger.
Frankfurt/Main Hauptbahnhof, der Blick auf die Gleise und die Eisenkuppel des Kopfbahnhofs ist imponierend. Ein völlig andere Welt als die Neuerburg und ‚ora & labora’. In Mainhatten trifft sich die Programmkommission für den KMF-Kongress 2010 Stuttgart-Fellbach und ich habe von der Bauleitung dafür arbeitsfrei bekommen.
Noch existiert ein Kopfbahnhof auch in der Schwabenmetropole, der aber unter dem Motto „Stuttgart 21“ einem gigantischen Stadtentwicklungsprogramm in einen alltäglichen ‚Unterwegsbahnhof’ (so heißt das bei der Deutschen Bahn AG) verwandelt werden soll. Das wäre alles nicht erwähnenswert, wenn nicht das Thema für den KMF-Kongress „Gott, die Stadt und die Menschen“ lautet. Morgen werden die Württemberger mit Stuttgartern die inhaltliche Linie verabreden. Eine der Fragen: Menschen in der europäischen Stadt leben zunehmend ohne Gott.
Witzigerweise katapultiert mich das zurück zum heutigen Morgenlob. In der Burgkapelle erinnerte Heribert Graab an die Geschichte mit dem Turmbau und den babylonischen Sprachkünstlern unserer Tage.
"Mensch, hier ist heißer als in der Sauna und Backofen zusammen", stöhnt Klaus. Die Luft steht unter den Dachpfannen, eine Fensterluke gewährt nur Eulen und anderen mauersegelnden Vögeln Einlass.
Der Schweiß rinnt in unsere Augen. Zwinkern und Präzision ist angesagt beim Ausmessen der Sparren über den Schlafzimmern an der Ostseite und dem Aufschreiben der Zahlen. Als wir durch die Bodenluke an den Spinnweben zurückklettern, ist es herzlich herrlich erquickend.
Viel Diskutieren gibt es auf der Baustelle nicht. Selbst wenn der ND sie auf der Neuerburg betreibt. Expertenwissen ist gefragt. Die beiden Chefs verteilen gerne:
Wolfgang Heitkamp, der unter anderem den Fernsehturm von Düsseldorf und Kirchen in Südafrika projektiert und realisiert hat.
Im Hintergrund hält sich Bernard Heckenbücker, der als Städteplaner weiß, wie technisch-praktische Gesellenstücke mittels Kommunikation zu richtigen Meisterstücken werden. Es gilt die Maxime: "Die allgemeine Bautechnik kann alles". Mal sehen.
Veranstaltungen auf der Neuerburg - haben immer einen Festcharakter. Der Burgtag ist der Kreativ-Event, der zum 29. Mal stattgefunden hat und unter dem Titel "Klappe, die 29." stand. Dieser Film ist abgedreht. Beste Publikumswertungen und zehn Oskars.
Jetzt geht es mit 'ora & labora' weiter. Der heutige erste Arbeitstag lässt sich bislang als "ein paar Hochzeiten und noch kein Todesfall" beschreiben. Später mehr, jetzt wird die Arbeit fortgesetzt.
Auf dem Foto Hochzeitsfahrzeug Nummer 1. Als wir mittags zum Schreiner fahren, um Gerüste zu holen, hängt an jedem dritten Straßenbaum oder Laternenmasten ein roter Luftballon mit besten Wünschen. Da arbeiten wir doch gleich viel beschwingter.



